RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

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4. Rüttenscheider Kunstgespräche

 

Die 4. Rüttenscheider Kunstgespräche im Rahmen der 5. Rüttenscheider Kunstmeile rüart im Kabü waren trotz hoher Temperaturen wieder gut besucht und erwiesen sich als effiziente Netzwerkveranstaltung aus der wieder mehrere konkrete Vorhaben hervorgegangen sind.

„Kultur macht Heimat“ sei kürzlich Motto des 10. Kulturpolitischen Bundeskongresses gewesen meinte Moderator Prof. Dr. Oliver Scheytt einleitend, verwies nebenbei auf die erheblichen zur Verfügung stehenden Fördermittel des NRW-Heimatministeriums und fragte die Diskutanten in Einzelinterviews nach ihrem Heimatbegriff. 
Es ging um die Frage „Kreativ Milieu Rüttenscheid – Was machen den Standort aus?“
Die Diskussionsteilnehmer kamen aus ganz verschiedenen Bereichen und so hatte jeder seine Perspektive auf Rüttenscheid, die aber zusammen zu einer vielfältigen Liebeserklärung an den Stadtteil gerieten.

Heimat ist „wo man sich nicht erklären muss“ schlug Scheytt vor.
Für Musikveranstalter und Ex-Gastronom Igor Albanese, ist es Istrien wo er aufgewachsen ist und Rüttenscheid, wo er sich von Anfang an, als seine Eltern als Gastarbeiter ins Ruhrgebiet kamen, immer aufgenommen geführt hat. Mit seinem Kabü, einem Büro, Café und coworking space ist er Teil der lebendigen Szene Rüttenscheids, weit überregional vernetzt und stellt immer größere Projekte auf die Beine, die wiederum Rüttenscheid, Essen, das Ruhrgebiet mit der Welt vernetzen. Startups stehen im Mittelpunkt und richtig groß wird der Deutsche Innovationsball, bei dem die größten Firmen Deutschlands mitmachen.
Er liebt dieses kreative Geflecht im Viertel, die großen Potentiale und Macher, die die unterschätzten Qualitäten unserer Stadt mit Engagement nach außen tragen.

Auch Gabriele Hüsgen, die mit der Künstlergalerie dieserArt zusammen mit anderen Künstlern Atelier und Galerie im Girardethaus hat. Sie wies auf die vielen Künstler und Kreativen im Viertel, aber auch auf viele Interessenten hin, die nicht nur in die Galerie kommen, sondern auch in die offenen Veranstaltungen, die dieserArt organisiert. Das nächste ist das Kunstsommerfest am 25.8. ab 15 Uhr.
Ihr fehlt trotzdem das kreative Milleu, wie es in anderen Städten besteht, und Sie wünscht sich mehr Initiative aus dem Kreis der Künstler, denn Sie hat in der Zusammenarbeit mit der IGR mitbekommen, wie schwierig es ist, eine Kunstmeile oder ein Kompendium der Kreativen u.ä. auf die Beine zu stellen.
Rüttenscheid fehl e außerdem ein zentraler Ort, wo sich die sehr vielen Künstler zeigen könnten, Ateliers, Proben- und Ausstellungsräume geboten würden. 
Im Vorfeld schon hatten wir über die wenigen in Frage kommenden Immobilien für ein Kulturzentrum nachgedacht. Kommerziell ist das im boomenden Rüttenscheid nicht zu bezahlen. Das Trafogebäude an der Martin-/Alfredstraße ist die einzige realistische Option, wenn die bisherigen Pläne für das Soul of Africa Museum scheitern sollten. Die IGR ist da am Ball, damit es nicht verloren geht, der Eigentümer hält glücklicherweise noch Optionen offen.

Jörg W. Schirmer, der als Maler und Bildhauer für die Galerie Klose - Contemporary Tomorrow da war, hat sein Wirken in einem Hinterhof in der Girardetstraße aufgebaut, ist aber ein Beispiel dafür, wie wichtig die Kooperation mit einer Galerie für den Erfolg ist. Dass die Galerien jetzt dem vollen Mehrwertsteuersatz unterlägen würde ihnen und den Künstlern das Leben erschweren. Galerien seien wie offene Museen, in die entlang der Rü jeder unverbindlich kommen können, was viele auch täten. Hier könne man weiter Schwellen senken. Das tut die Kunstmeile, aber auch Veranstaltungen, wie die offenen Ateliers „Kunstspur“, die jedes Jahr vom Kulturbüro organisiert wird, hält er für sehr sinnvoll und machte Verbesserungsvorschläge, wie einen Shuttle-Service.

Christian Stratmann, Prinzipal im Mondpalast von Wanne-Eickel, ist leidenschaftlicher Rüttenscheider geworden. Er wohnt am Rüttenscheider Platz und genießt das Treiben im Viertel. Wenn er auf den Markt herunterblickt, jemand Gitarre spielt und um 12 Uhr der Marktchor singt, habe es etwas Italienisches. Das Gefühl Teil eines so lebendigen und vielfältigen Gefüges zu sein, sei das Lebensgefühl, das für Ihr Heimat ausmache. 
Viel lieber hätte er das Theater in Rüttenscheid. – Wir denken also, als IGR-Aktion, über einen Ausflug im Bus zu seinem „Volkstheater“ nach und schlugen Gastspiele im Katakombentheater vor. 
Die Frage was das Ruhrgebiet ausmacht und wie der Ruhrgebietler sich selbst sieht wurde diskutiert und ist oft Gegenstand seiner Stücke.
Er betrachtet die Entwicklung Rüttenscheid mit Begeisterung und weiterhin zuversichtlich. Wenn die Randbedingungen stimmten, würde sich ständig Neues entwickeln. Wichtig seien die Orte des Treffens für die Szene, wie Cafés und Kneipen. Er regte einen monatlichen Runden Tisch der Künstler an.

Zufriedenheit mit Rüttenscheid, Wünsche nach mehr Engagement, insbesondere der Künstler, viel Bereitschaft bei Projekten mitzumachen und ein Lob für die Kunstmeile und ihre Akteure Lore Klar und Petra Salhöfer, waren am Ende ein Fazit, mit vielen konkreten Ansätzen für neue Impulse…

Unser Dank gilt den Teilnehmer und vor allem Oliver Scheytt für die lebendige und kenntnisreiche Moderation.


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