RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

Details

Bauvorhaben an der Rüttenscheider Brücke

Seit vielen Jahren wurde darum gerungen. Jetzt (Mai 2018) ist es endlich öffentlich im RIS und geht den Weg durch die politischen Institutionen: Das Bauvorhaben der Hopf-Gruppe an der Rüttenscheider Brücke. 

Vorgeschichte und Aktuelles hier...

Als Hopf Teile der Flächen vom Messeparkplatz P2 vor dem Girardethaus an die Stadt verkaufte, wurde vereinbart, dass sie vor Ihrer Tür, an der Rüttenscheider Brücke, bauen dürften, wenn sie der Messe eine Ausgleichsfläche böten und die Durchfahrt zum Rest von P2 sicherstellen würde. Die Ausgleichsfläche ist nach langem Ringen am Heizwerk gefunden und viele Einzelheiten mittlerweile ausgehandelt.

Uns war dabei wichtig, dass unsere alte Idee eines Deckels auf dem alten Güterbahnhofsgelände endlich teilweise zustande käme und so ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität entstünde, denn an Plätzen mangelt es in Rüttenscheid. Zwischenzeitlich wurden auch allzu verkehrsintensive Nutzungen von Seiten der Politik verhindert.
Bilder der Projektstudie des renommierten Architekturbüros HPP aus Aachen sind im Ratsinformationssystem zusammen mit den Anträgen zu finden. 

Sicher wird es wieder sehr kontroverse Meinungen zu dem Bauvorhaben geben.
Es sieht vor, dass entlang der Wittekindstraße ca. 15.500 m² Wohnbebauung entsteht, was 100-150 Wohnungen entspricht. Die Wohnungsgröße steht noch nicht fest. Die Häuser haben 6 Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss auf dem Dach.
An der Ecke zur Rü ist ein Gebäude mit ca. 6000 m² Gewerbe und ca. 600 für Einzelhandel und Gastronomie im EG.

Einerseits werden viele ein Zubauen von Freiflächen in Rüttenscheid beklagen, zumal 7 Etagen hoch erscheinen, auch verglichen mit den ersten Planungen. Andererseits braucht die Stadt dringend Wohnraum und das alte Bahngelände ist nicht gerade schön, sondern ehr eine Wunde des Strukturwandels mitten in einem beliebten Mischgebiet. ca. 30% geförderter Wohnungsbau ist vorgesehen.
Vor allem muss man den Platz, der vor dem Girardethaus entsteht, als städtebaulichen Gewinn verbuchen. Der Blick auf die denkmalgeschützte Fassade bleibt erhalten.

Der Verkehrsweg, zu dem auch die Radtrasse gehört, wird vor dem Girardethaus installiert und bekommt Lichtöffnungen zum Platz hin. Weil die bestehende Brücke leicht gewölbt ist, entstehen an den Rändern die im Bild erkennbaren Stufen.

Leider sind von den mindestens 2 Parketagen, die unter dem Deckel sein sollten nur ca. 1,4 geblieben. Im hinteren Bereich hat der Tiefgaragensockel, auf dem alle Gebäude stehen, nur eine Etage. An der Rü zwei. Den in letzter Zeit bei Bauvorhaben vorgeschriebenen, unrealistisch geringen Stellplatzquoten von unter einem Parkplätze pro Wohnung sollte die Politik unbedingt entgegenwirken, zumal ein erheblicher Mitarbeiter- und Besucherbedarf hinzukommen wird. 
Wie beim Parc Dunant, sollen Angebote für alternative Mobilität, wie wir sie schon lange fordern, auch hier vorgesehen werden (Fahrradstellplätze mit Stromangeboten auch für die ePKW, Car- und Bikesharing u.v.a.m.).
Endlich wurde mal wieder Wohnen und Arbeiten zusammen vorgesehen. Der Mischgebietscharakter Rüttenscheids, der viele Vorteile hat, wurden zuletzt bei anderen Bauvorhaben, die Gewerbe- vollständig in Wohnflächen umwandeln, leider vermindert. Verkehrsvermeidung ist schließlich das eleganteste Mittel gegen die Verkehrsprobleme!

Das Ganze sind nur städtebauliche Entwürfe mit denen zunächst ein Bebauungsplan erstellt werden soll. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung ist vorgesehen. Ein Verkehrsgutachten wird noch erstellt. Vieles ist noch offen.

Ende 2019 kann Baurecht geschaffen sein und 2020 mit dem Bau begonnen werden.

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Bericht aus der Sitzung der Bezirksvertretung am 24.5.18:
Die BVII hatte das Bauvorhaben heute auf der Tagesordnung zur Kenntnisnahme
Im Punkt "Fragen der Bürger" wurde zuvor kritisiert, dass es keine Information und Bürgerbeteiligung gäbe.
Ergebnisse:

- Die Behandlung in Gremien, wie der BV, die alle öffentlich tagen, ist eben der Beginn jener öffentlichen Diskussion, die gefordert wird. Festgelegt ist formal nichts und die Entwürfe sind nur städtebauliche zur Aufstellung des Bebauungsplanes. Dann erst kommt ein Bauantrag mit konkreten Planungen und ggf. eine Genehmigung. Auch, wenn diese nicht viele Vorgaben enthalten darf, wird sie aber, wie üblich, auf der Grundlage eines städtebaulichen Vertrages erfolgen, der viele Vorgaben enthalten kann.

- Studien über Verkehrs- und Klimafragen werden noch erstellt.

- Es wird zusätzlich zu der Vorstellung in der BV und im Ratsinformationssystem eine öffentliche Vorstellung und Diskussion geben, zu der noch eingeladen wird. Herr Müller vom Planungsamt meinte, dass dies erst nach den Sommerferien sein werde, da erst am 21.6. das Thema im Rat sei, aber es gibt andere Stimmen, die meinen, dass der Planungsausschuss (ASP) ja am 7.6. tage und diesen Auftrag erteile, so dass es vor den Sommerferien ginge. Anwohner im Publikum mutmaßten schon, dass es IN den Ferien sein würde.

- Außerdem haben Bürger, wie bei jedem Bauvorhaben, alle Möglichkeiten, Einwände im Rahmen des Anhörungsprozesses formal einzubringen, die von der Verwaltung berücksichtigt werden müssen.

- Die BV-Vertreter haben einhellig ihre Kenntnisnahme mit Bedenken und Fragen versehen, die es zu klären gelte.
Sie gingen in folgende Richtung:

- Zwar ist das gewerbliche Eckgebäude so hoch vorgesehen, wie das Rü199 daneben und würde auch zu den anderen Gebäuden an den Ecken der Kreuzung passen, aber die anderen Wohnhäuser entlang der Wittekindstraße sind 3-4 Geschosse hoch, und damit bestünden große Bedenken ihnen gegenüber 7 Etagen (incl. Staffelgeschoss) zu bauen.

- Die vorgesehenen Stellplätze in der Tiefgarage seien zu wenig für den zusätzlich entstehenden Bedarf.

- Weil Bedenken hinsichtlich der zusätzlichen Verkehrsbelastung bestünden, sollten die in Aussicht stehenden Bauvorhaben in der Nachbarschaft in die Gutachten einbezogen werden und der Gutachter beauftragt werden ggf. Lösungen vorzuschlagen.

- Bedenken wurden hinsichtlich der Folgen für das Stadtklima geäußert.

- Der genaue Verlauf des Radweges ist zu klären.

Im Publikum haben sich Anlieger vernetzt, von denen einer ein bekannter Fachmann ist. Juristische Schritte sind zu erwarten.


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