RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

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Bauvorhaben „Rüttenscheider Brücke“

Wie zu erwarten hat sich der Planungsausschuss am 19.9.19 dafür ausgesprochen, dass der Rat am 25.9.19 die Verwaltung beauftragt, den Bebauungsplan für die Fläche des Girardethauses und dem davor liegenden Stück Messeparkplatz P2 zu ändern, weil er eine industrielle Nutzung vorsieht, die es längst nicht mehr gibt. Hier war früher eine der größten Druckereien Deutschlands und ein Güterbahnhof. Jetzt geht es nur um die Fläche von Rüttenscheider Brücke bis ca. Ursulastraße.
Das ist der Startschuss für allerlei Untersuchungen, etwa zu Verkehrs- und Klimafragen und zu einer formalen Bürgerbeteiligung. Die WAZ hatte vorab berichtet: http://bit.ly/2mnStA0
Es wurde also kein Bebauungsplan beschlossen, sondern eine Änderung des bestehenden in Auftrag gegeben. Über das Ergebnis entscheidet in 1-2 Jahren der Rat.

Viel Aufmerksamkeit und Kritik haben die Pläne der Hopf IEG, der das Grundstück mittlerweile wieder gehört, gefunden, weil es eine große Freifläche mitten im Stadtteil Rüttenscheid ist, die wenig ansehnlich ist, sieht man von den 24 Bäumen ab, die mittlerweile ein stattliches Grün bieten. Eine Bebauung hätte an dieser Stelle große städtebauliche Wirkung.
Die Allermeisten werden wohl die Meinung teilen, dass man sich hier viele schöne Nutzungen wünschen würde, denn Freiflächen sind im urbanen Bereich, abseits von Gruga und Kruppwald, knapp. In den letzten Jahren gab es auch viele Ideen, Bürgerworkshops und konkrete Planungen, und auch kürzlich haben die Grünen neue Vorschläge vorgetragen. Alle haben aber eine Bebauung vorgesehen. (Siehe Link unten)

Leider wird dabei nicht erwähnt, dass grundsätzlich andere Optionen kaum möglich sind. Entscheidend ist, dass die Stadt es vor vielleicht 30 Jahren versäumt hat der Bahn das Grundstück des alten Güterbahnhofes abzukaufen. So ist es in Privatbesitz und wurde lange Zeit der Messe als lebenswichtiger Parkplatz vermietet. Die Diskussion über immer höhere Pachtkosten kann man in der WAZ von 2017 verfolgen. So hat die Stadt Teile der Fläche lieber gekauft, was nur mit der Verpflichtung möglich war sie zurückzugeben, wenn der alte Eigentümer, HOPF, eine Alternativfläche zum Parken für die Messe bietet. Diese wurde jetzt neben dem Heizwerk gefunden und der Tausch vorgenommen. Man war also zum Flächentausch gezwungen und konnte als Stadt über die Fläche ohnehin nie verfügen, weil man über weite Bereiche nicht Eigentümer ist und die Messe die Fläche braucht. Daher bleibt leider nicht viel Spielraum. Gegen eine Bebauung zu sein ist verständlich, hilft aber nicht weiter, zumal keiner der heutigen Politiker am Grundproblem, dem Flächenkauf vor 30 Jahren, beteiligt war.

Daher ist es das Vernünftigste, im Sinne Rüttenscheids so viel wie möglich Einfluss auf das Bauvorhaben und auch die Gestaltung von P2 zu nehmen, was auch von verschiedenen Seiten mit Erfolg geschieht und im Rahmen des Verfahrens weiter geschehen wird. Das Bürgerforum plant z.B. auch eine Workshopveranstaltung. Alle anderen Ideen erfordern den Nachweis der grundsätzlichen Realisierbarkeit.

Viel wurde schon erreicht. Von einem Riesensupermarkt mit großem Verkehrsaufkommen ist nicht mehr die Rede, die Gebäudehöhe wurde reduziert, zur Anbindung gibt es Vorschläge und alle Themenbereiche der Kritik wurden von der Bezirksvertretung einstimmig aufgegriffen und in den Beschluss des Ausschusses aufgenommen (Verkehrsaufkommen, Verkehrsanbindung, Parkplätze, Anbindung von Radtrasse an die Rü, Fahrradtrassenführung, Grünverlust, Klimaauswirkungen, Miethöhen usw.).

Der einzig unstrittige Vorteil für Rüttenscheid ist der große Platz, der als Fortsetzung der Rüttenscheider Brücke als Deckel zwischen Girardethaus und Wittekindstraße entstehen würde. Er hätte als Freiraum und Ort der Begegnung großen stätdebaulichen Wert für Rüttenscheid, dem es an zentralen Plätzen mangelt.

Die gesamte Vorgeschichte und Sachlage wird auf www.ruettenscheid.de/ruettenscheiderbruecke dargestellt.


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