RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

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Einfacher ÖPNV?!

Wie viele wissen wohl, warum die selbe Strecke, z.B. vom Rüttenscheider Stern bis zum Rathaus unterschiedlich viel kostet, sprechen doch die 3 Haltestellen für den Tarif Kurzstrecke. Die Auflösung demnächst hier.

Da ja möglichst viele vom Auto auf den ÖPNV umsteigen sollen, ist das keine unwichtige Frage. Jeder hat schon einmal Schilderungen von Autofahrern gehört, die das gutmütig erstmals versucht haben und ratlos vor dem Automaten standen oder an der Beschilderung auf den Bahnsteigen verzweifelten. Wer gleich am Anfang derart schlechte Erfahrungen macht, der ist oft für den ÖPNV verloren. Und wenn das lustvoll im Freundeskreis weitererzählt wird, ist das wirkungsvolle Anti-Werbung.

Daher ist es wichtig, dass der ÖPNV nicht nur im Angebot erweitert, sondern auch in der Benutzung attraktiver wird.

Und da ist Abhilfe in Sicht!

Vor einiger Zeit konnten sich Tester melden für ein System der km-abhängigen Abrechnung. Smartphones machen es möglich Start und Ziel zu messen und nach Distanz gerechter und viel bequemer abzurechnen. Das Ganze nennt sich nextTicket und wird voraussichtlich am 1.5. oder 1.6.20 umgesetzt werden. Noch gibt es Abstimmungen innerhalb des VRR zu den "verbundübergreifenden Relationen". Bei unsinnig vielen (38 im VRR) Verkehrsunternehmen ist das sicher nicht leicht.
www.nextticket.de

Aber auch heute kann man sich schon bequem von Tür zu Tür navigieren lassen, bekommt den Tarif angezeigt (aber die obige Frage nicht beantwortet), bekommt Hinweise auf Verspätungen und zahlt mit der App. Bei der Ruhrbahn heißt die App ZÄPP, der VRR hat die VRR App und ganz neu ist Mobil.NRW für NRW. Letztere kommt allerdings (noch) nicht mit den Kurzstrecken klar und behandelt das o.g. Problem falsch.
Sparen kann man mit den Apps auch. So gibt es 10er-Karten, die günstiger sind als Einzel- und 4er-Karten. Eine 10er-Karte für die Kurzstrecke lässt sich aber noch nicht auf Mobil.NRW kaufen.
Man zahlt pro Fahrt für Einzel-, 4er, 10er-Karten bei Preisstufe A 2,9/2,63/2,26€ und in der Kurzstrecke 1,7/1,53/1,4€. Man kann also 22/17,6% sparen. Die Integration von Nextbike und Stadtmobil ist noch nicht richtig erfolgt, aber geplant.

Der VRR plant eine drastische Tarifvereinfachung auf 2 Tarife (2€+4€?) und wird diese im Januar für das Bundesprogramm „Saubere Luft“ zur Förderung einreichen, um, zusammen mit vielen anderen Verbesserungsmaßnahmen den Anteil des ÖPNV deutlich zu erhöhen.
Kurzstreckenfahrer werden da auf den Streckentarif hoffen müssen, um nicht schlechter gestellt zu werden.

Es tut sich also etwas, wenn auch langsam. Weitere Innovationen zur besseren Abdeckung von Randgebieten und -Zeiten könnten On-Demand-Busse sein, über die auch nachgedacht wird.

Fairerweise kann man von den Menschen erste erwarten das Auto stehen zu lassen, wenn es für sie Alternativen gibt. Davon ist man selbst im dichten Ruhrgebiet noch für viele Menschen noch weit entfernt.

Man kann natürlich trotzdem auch einfach mal die Beschilderung verbessern, damit man beim Umsteigen am HBF weiß wie man zum richtigen Bahnsteig kommt oder am Berliner Platz weiß, welcher Ausgang zum Colosseum führt;-).... rk


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