RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

Details

EVO-Roller-Sharing im Test

Seit einigen Wochen bietet die Energieversorgung Oberhausen EVO (leider nicht die Stadtwerke Essen) ein Sharingsystem für Elektroroller (wie Vespa, nicht Tretroller) im Kerngebiet von Essen an. Zeit also für einen Test. Die erste Fahrt ging von der Martinstraße zu einer Besprechung in der WAZ am Limbecker Platz.
Erfahrungen:

1. Die online-Anmeldung ist sehr einfach. Man muss den Führerschein im Rahmen eines Videos in die Handykamera halten. Es gibt keine Grundgebühr. Während der Fahrt kostet es 0,18 €/Min, beim Parken 10 Ct/Min, für den ganzen Tag: 24€/Tag. Das Gebiet in Essen ist leider etwas klein. Es könnten auch mehr Fahrzeuge sein. Man ist kaskoversichert mit SB 250€.

2. Auch die Benutzung ist sehr einfach. Beim Öffnen der App zeigt eine Karte, wo Roller stehen. Man wählt einen aus und reserviert ihn. Ist man hingegangen, bucht man ihn und die Helm-Box geht auf. Es stehen zwei Helme zur Verfügung, die man mit Hygieneflies verwenden kann. Auf den Bildschirm tippen und los geht’s.

3. Die Roller fahren sehr flott bis zu 50 km/h. Das ist völlig ausreichend und macht Spaß. Lediglich bei der Nutzung des Ständers hatte ich Probleme. Vermutlich muss man das schwere Fahrzeug mit mehr Schwung darauf hieven.

4. Mit 3,20 € war die Fahrt teurer als mit der U-Bahn. Es lohnt sich wohl nur dann, wenn keine Haltestelle in der Nähe ist oder die Ruhrbahn gerade nicht fährt. Besonders praktisch ist das free float System, bei dem man das Fahrzeug an beliebiger Stelle im Servicegebiet abstellen kann.

www.evo-sharing.ruhr

Es tut sich also was in Sachen Mobilität. Schon das free float Bike-Sharing System Byke (letzter Test) war letztes Jahr sehr gut. Damit hätte diese Fahrt nur 50ct gekostet. Byke hat auch auf Anfrage nicht mitgeteilt, ob der Service in diesem Jahr wieder angeboten wird. Vielleicht kommen ja auch bald Scooter. Das wäre dann der nächste Test. Aber leider sind wir nicht Berlin oder München, so dass beides für dieses Jahr ehr unwahrscheinlich ist.
Natürlich gibt es noch die MetroRad-Stationen und ein hervorragendes CarSharing-Angebot - in Rüttenscheid und Holsterhausen auch als free floater, "Stadtflitzer" genannt. Die RuhrBahn navigiert mit ihrer App ZÄPP von Tür zu Tür zu günstigeren Preisen (Zehnerkarte) und testet gerade eine km-abhängige Abrechnung, die deutlich einfacher wäre. Und On-Demand-Busse sind in der Diskussion. Nur bezahlen muss das alles noch jemand.Multimodale Plattformen gibt es zwar, haben es aber schwer, weil es so viele Anbieter gibt und die nicht immer ihre Datenbanken öffnen. Auch da wird Essen ehr hinten in der Warteschlange stehen. Bei CONNECTED.ESSEN haben sich alle Akteure in der Stadt verpflichtet derartige smartCity-Ansätze zu fördern.

Wer Gefallen am Rollerfahren gefunden hat, den interessiert vielleicht ein aktuelles Angebot von Aldi-Süd für unter 1000€ - allerdings ohne Wechselakku, so dass der Roller an einer Steckdose geladen werden muss. Er soll 45 km/h fahren.
Rolf Krane


Zurück