RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

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Frohes Neues Jahr! - Ein Rückblick

Rückblick Rüttenscheid 2019

Die IGR blickt auf ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr 2019 zurück, das für Rüttenscheid, trotz schwieriger werdender Randbedingungen, ein gutes Jahr war.

Unser Stadtteil besitzt durch alle Kreise hindurch einen hervorragenden Ruf, was sich in reger Nachfrage, Investitionen, geringen Leerständen u.v.a.m. ausdrückt. Objektive Kriterien, die sich fortsetzen ließen, die aber nicht die einzigen sein sollen.

Das Jahr war geprägt von einer besonders regen Bautätigkeit und großen Bauvorhaben, weil der von der Landesregierung für fast acht Jahre verhängte Baustopp östlich der Rü zu einem Stau geführt hat. Im Jahresmittel ist die Baurate mit um die 100-150 Wohneinheiten pro Jahr nicht viel höher als vor dem Stau (Bestand sind ca. 18.000). Viel wird dann auch nicht mehr kommen, weil verfügbare Grundstücke fehlen. P2, S07 und VW-Brüne sind Stichwörter für die letzten großen Flächen.

Gerade für die Anlieger hat dies unangenehme, aber vorübergehende Folgen. Aber auch im Hinblick auf die Entwicklung des Stadtteils insgesamt muss man sehr aufmerksam sein. Mit anderen bemühen wir uns darum auf allen Ebenen.

Generell ist das Klima polarisierender geworden und alle Effekte, die es schon immer gab, werden durch die neuen Medien künstlich vergrößert. Das macht die Sacharbeit nicht einfacher, zumal entsprechende Veranstaltungen leider gering besucht sind und immer noch rar. Das wollen Politiker aller Parteien ändern, und da sollten wir alle mitmachen. In 2019 war z.B. die Workshopreihe zur Zukunft des Grugabades ein löbliches Beispiel.

Auch die IGR bemüht sich in vielfältiger Weise um Informationen und Beteiligung der Bürger. Neben den Internetseiten haben wir für Mitglieder z.B. eine Diskussionsveranstaltung über den Stand der Diskussion bezüglich P2 veranstaltet und würden gerne mehr in diese Richtung machen, ohne dabei anderen Playern in die Quere zu kommen. Das Engagement im Bürgerforum Rüttenscheid ist hier zu nennen.

Der Kommunalwahlkampf wird die Fronten weiter künstlich und oft mit Fehlinformationen aufladen. Da ist Besonnenheit gefragt. Typisch sind widersprüchliche oder juristisch nicht machbare Forderungen, die nicht erfüllbar sind, sich aber gut anhören. Am 13.9. wird gewählt.

Bei allem Für und Wider geht es uns im Vergleich zu anderen Stadtteilen und Städten sehr gut. Es gibt auch welche, die sich beklagen, dass keiner Interesse an ihnen hat und niemand investiert.

Die IGR konnte mit großem bürgerschaftlichem Einsatz erneut das traditionelle Programm umsetzen:

• Neujahrsempfang - leider müssen wir ihn aus organisatorischen Gründen in 2020 ausfallen lassen.

Tour de Rü Oldtimerausfahrt (mit etwas Schnee). Wir trauern um Heidi Hetzer. Die 17. am 25.4.20

Rü-Fest - das 32. am 13.6.20

Kunstmeile mit ergänzenden Veranstaltungen, wie den 4. Rüttenscheider Kunstgesprächen

Blumensäulen auf der Rü

Winterbeleuchtung

Nikolausaktion am 6.12.

Weihnachtsdeko und Weihnachtsbäume - verbunden mit dem Bemühen um längere Öffnungszeiten an Adventssamstagen

Wintermarkt mit Weihnachtsmann, Radio Essen und Aktion Lichtblicke

• Fünf Stammtische in 2019

• Drei Verkaufsoffene Sonntage - in 2020: 29.2., 5.7., 13.12.

Firmenbesuche und Ausflüge (in 2019: John Reed, Funke HV, RevuePalast, Heuschmid Kerzen, Oktoberfest…)

Informationsveranstaltungen (2019: P2, Datenschutz…

Facebook (bald 20.000 Abonnenten), Rü-App, instagram, Homepage, Pressearbeit, Mitgliederrundbrief…

• Rüttenscheider Veranstaltungskalender

Werbemittel, wie der Rüttenscheider Honig, Rü-Taschen und -Schirme, RüttenSchau-Filmreihe

Blumensamentüten und zum Honig passende Taschen zum Rf stand zur igr

Stadtteilgutschein Rüttenschein - wurde zu Weihnachten intensiv beworben

Unterstützung von Veranstaltungen anderer, s.u.

• Unterstützung von neuen und alten Firmen und Mitgliedern

Stadtteilpflege (eigene Reinigungskraft Sonntagmorgens, Interventionen im Bereich Sauberkeit, Grün und Kirschblüte, Parken,…

• Engagement in einige Vereinen, wie dem Bürger- und Verkehrsverein, Stiftungsverein Grugapark, Freundeskreis Grugapark, Grugabadfreunde, Bürgerforum, Funken, RKV…

• U.s.w. u.s.w.

Da kann ich nur den Mitstreitern danken, allen voran Klaudia Ortkemper, Sonja Wegner-Bähner, Frank Schikfelder, Reinhard Pietrass, Marc Nolte, Werner Bücking, Stefanie Brecklinghaus, Peter Brose und den gesamten Vorstand.

Zu den weiteren Veranstaltungen in Rüttenscheid gehören:

- Das Hopfenfest, das sich zu etablieren scheint

- Dukes of Downtown, die schon zum 11. Mal stattfanden

- Rüttenscheider Musiknacht unter neuer Leitung

- Sommerfest an der Grugahalle 17.-26.7.20

- Die Feste in der Gruga, wie Parkleuchten, 90J Gruga, Weltkindertag, Essen erntet… muga-Veranstaltungen

- Christinenpark- und Hoffest von der Vila Rü

- Polizeifest

- Wintermarkt am Witteringplatz, der sich mittlerweile auch etabliert hat

- Gemeindefeste

- Firmen- und Onkolauf - In 2020 kommt der City Trail am 27.9. nach Rüttenscheid!

- Weihnachtsbaumweitwurf, der am 6.1.20 zum zweiten Mal auf dem Rüttenscheider Platz stattfinden wird.

- Kunstbaden, das Kunstangebot im Grugabad, hat sich etabliert und bespielt mittlerweile auch andere Locations

- Das samstägliche Marktsingen Hermann Welp feierte den 3. Geburtstag. Vorab gibt es das Vorlesen für Kinder, einmal im Monat Marktspaziergänge mit Ernährungsberatung und einmal im Jahr einen Liederspaziergang im Grugapark

- Wedding Collecive ist eine private Hochzeitsmesse lokaler Anbieter, die eine schöne Entwicklung genommen hat und am 2.2.20 wieder stattfindet

….

Ein volles, vielfältiges Programm in einem lebendigen Stadtteil. Termine unter https://www.ruettenscheid.de/termine/highlights/
 

Unzählige kleine und große Interventionen und Aktionen wären zu nennen.

So ist es endlich gelungen die Marktbeschilderung zu verbessern, damit nicht ständig so viele auswärtige Gäste abgeschleppt werden.
Zeiten von Ladezonen wurden optimiert.

Neue und zusätzliche Papierkörbe konnte auf der Rü installiert werden….

 

IGR-Kreativ-Projekt
Manchmal geht auch etwas schief. Das Verzeichnis aller Kreativen in Rüttenscheid, das wir als Heft drucken wollten, erwies sich als organisatorisch zu schwierig. Wir werden versuchen die rund 200 Kreativen und Kreativfirmen auf unseren Webseiten zu präsentieren. Ein Tool wurde erstellt.
 

Einige allgemeine Schlaglichter auf Rüttenscheid in 2019:

Wir feierten (moderat) 90 J Grugapark. Das Grugaparkfest wurde entsprechend umgestaltet, und statt der beiden berühmten Feuerwerke gab es eine Lasershow am Grugaturm.

Der RKV (1. Großer Rüttenscheider Karnevalsverein 1957 e.V.) hat sich leider aufgelöst.

Markus Robusch löst Werner Schröter als Bezirksbeamter ab. Die „Dorfscherifs“, zu denen auch Rudi Buers gehört, sind allseits beliebt.

Mobilität
Leider sind die freefloat Leihräder (Byke) in diesem Jahr nicht wieder an den Start gegangen. Dafür gibt es jetzt - auch im Winter - von EVO (Energieversorgung Oberhausen) elektrische Vespa-Roller und von drei Anbietern eScooter.

Sharing-Angebote, zu denen auch das Car-Sharing gehört, sind Ergänzungen des Angebotes, die nicht für sich stehend sinnvoll sind, sondern zusammen mit den anderen Angeboten - vor allem dem ÖPNV - eine Alternative zum Auto darstellen sollen - in Idealfall so, dass Leute ihr Auto abschaffen. Dazu gehören auch Mobilstationen mit Car- und Bike-Sharing an ÖPNV-Haltestellen, von denen in 2019 eine an der Flora hinzugekommen ist. Sie nimmt dauerhaft 3 Stellplätze ein und hat daher erst dann Sinn, wenn mindestens 4 Autos dadurch abgeschafft werden. Ob das zu erwarten ist? Ansonsten ist Carsharing natürlich Autofahren.

Die Diskussion um die Mobilitätswende entzündete sich weniger an dem Ziel, als vielmehr daran, welche Maßnahmen angemessen sind und welchen Kollateralschaden man dafür bereit ist hinzunehmen. Hierzu gibt es umfangreiche Betrachtungen der IGR auf Rüttenscheid.de

Kulturlocation
Das Soul of Africa Museum bemüht sich immer noch um die alten Trafogebäude von innogy an der Martinstraße. Sie sind die letzten - wenn auch baufälligen - Gebäude, die für Kulturarbeit zu vertretbaren Kosten in Rüttenscheid verfügbar sein werden. Daher tut auch die IGR alles, um diese Chance für Rüttenscheid nicht vorübergehen zu lassen. Mit oder ohne SOA.

Bauen
Neben den großen Bauvorhaben sind auch kleinere Ende des Jahres abgeschlossen worden. So konnte vor Weihnachten das Gerüst vom Gebäude neben der Siechenhauskapelle entfernt werden und die Baustelle von Reifen Fricke, gegenüber dem Girardethaus gab endlich den Bürgersteig frei.

Die Messe hat im September plangemäß ihre Modernisierung abgeschlossen.
 

Angebotsentwicklung
Es gab um die 30 Änderungen bei Gastronomie und Einzelhandel. Das klingt viel, ist aber gemessen an 178 Gastronomen und fast 400 Einzelhändlern sehr wenig.

Hier einige Beispiele und Tendenzen:

Verlust an Sitzungsräumen
Nach 50 Jahren wurde das Istra aus Alters- bzw. Nachfolgegründen aufgegeben. Ein Verlust an Tradition und Angebotsvielfalt, vor allem aber eine Fortsetzung der Tendenz, dass abgetrennte Sitzungsräume zunehmend verloren gehen. Sie werden von vielen Vereinen und Gruppen vermisst.

Mit dem Mittendrinn hat uns Ende des Jahres eine klassische Kneipe verlassen, die auch für Veranstaltungsräume gut war.

Leider hat es auch das Rodizio an der Alfredstraße erwischt.

Dafür hat das Fritzpatricks einen neuen Raum hinzugebaut.

Der Verlust des ME[E/A]T als großem Lokal ist schmerzhaft, auch, wenn sich ein attraktiver Nachfolger angekündigt hat. Die Verzögerungen zeigen aber, dass das nicht so einfach ist. Wir hoffen auf baldige Neueröffnung.

Gegenüber ist das Roque's mit sehr attraktivem Interieur in die 199 gezogen.

Ketten gehen wieder
Wie zu erwarten geht es mit den Ketten nicht so weiter. Den Rüttenscheider wundert es nicht, denn Rüttenscheid ist kein guter Standort für Ketten. Zwei bis drei sind sehr erfolgreich, aber die restlichen drei bis vier haben Probleme. Im Herbst hat das COA zugemacht. Ein Nachfolger wird gesucht, denn eine Nachfolge des NOI hat sich nicht realisiert. Vermutlich wird in Kürze noch eine Kette aufgeben.

Auch der Burger-Trend scheint an seine Grenzen zu stoßen. Baba Green und Beef Brothers haben es nicht geschafft.

Es kann also zu einer minimalen Reduzierung der Gastronomen kommen, was nicht schlecht sein muss und nicht die Breite des Angebotes verschlechtert.

Schote am Stern
Nelson Müller hat seine Schote mit dem Müllers an der Rü am Stern zusammengezogen.

In der Emmastraße ist Frank Schikfelder mit der alten Metzgerei gefolgt.

Auf Bobby&Fritz wird bald Jacket&Fried Potatoes folgen.

Schöner
Farbenfroh und Bebob haben neue Außenflächen bekommen, was oft ein großes Problem mit den Behörden ist.

Neu
Neu und erfolgreiche sind Mr. T - asian fusion an der Klarastraße und der Akropolis Imbiss an der Rü 70, dessen türkische Vorgänger alle keinen Erfolg hatten. Neu ist auch Feinkost Fladi aus Düsseldorf.
Einen sehr guten Ruf hat mittlerweile schon die Fischerei im ehemaligen Cafe´Egal.

Clubs beständig,
Dass die Clubs Hanz Dampf und Pearls jetzt HD Heavens Door und Perlenkind heißen, wird nur die Club-Szene interessieren. Es ist aber bemerkenswert, dass die Locations in der Passage an der Zweigertstraße weiter erhalten bleiben. Hier ist Jonnys EssKULTur die Pizzeria Farnia gefolgt.

Handwerk
Alte Handwerksfachbetriebe sterben langsam aus. Colligs musste mit 86 Jahren Fleischereitradition im Dohmannskamp schließen, weil sich kein Nachfolger fand. Der Partyservice geht weiter. Neugründungen sind heute wegen der Auflagen praktisch nicht mehr möglich.

Mode entwickelt sich
Beim Einzelhandel geht der Trend weiter zur hochwertigen Mode. Dem Istra ist nach Umbau von Drathen gefolgt. Zwei Häuser weiter wird im März Kirsten Rabe im ehem. Vitra ziehen. Tott&Co ist Abs gefolgt.

Alles hochwertige Adressen, und im benachbarten Arosa ist jetzt in Hof und Tiefgarage immer ein Parkplatz zu finden.

Als Maßschneider für Herren und Damen ist Bowfolders im Mathildenhof hinzugekommen, der mit After Work Veranstaltungen Menschen zusammenzuführen versucht.

Rue Affairs hat sich 2019 ebenso gut etabliert wie Edelguth und der Schwangerschaftsmodeanbieter Mama2Be ist mit Style4kids und Miss Alexis wieder da.

Als Spezialanbieter kam das Sanitätshaus für Frauen hinzu.

Einrichtung
Schade ist es um den Vitra Store, den Frau Bethan als Magasin Essen in der Klarastraße thematisch weiterzuführen versuchte. Das klappte so wenig wie bei 3Zimmer Diele Bad, die sich mit live with me zusammengetan hat. Im Bereich anspruchsvoller Einrichtungsaccessoires und Möbel gibt es bereits etablierte Anbieter und das Geschäft ist schwer.

Bauhaus
Am 21. März eröffnete John Reed mit einem trendigen Fitnesskonzept. Trotzdem trauern die Rüttenscheider sicher noch lange Bauhaus hinterher, die gern geblieben wären. Nach Karstadt wohl der größte Verlust für Rüttenscheid.

Hotels
Nachdem das Hotel im Girardethaus mangels Größe nicht mehr bestehen konnte, wird gerade das Mintrops Concierge Hotel an der Norbertstraße gebaut, das im März seinen Betrieb aufnehmen soll. Das Konzept der Apartmenthotels hat in den letzten Jahren in Rüttenscheid eine rasante Entwicklung genommen. Das Angebot dürfte sich vervielfacht haben. Auch das "Stüsselhaus" an der Martinstraße soll in Appartements umgebaut werden, wie es heißt.
 

Fazit

Aus unserer Sicht ist die Entwicklung insgesamt deutlich positiv. Das Angebot bleibt hochwertig und verbessert sich stetig. Leerstände gibt es kaum und die Nachfrage ist in allen Bereichen gut. Soziale Probleme sind weit unterdurchschnittlich. Rüttenscheid ist und bleibt attraktiv. Für Bewohner und Besucher.

Das ist nicht selbstverständlich (sondern ehr selten) und erfordert ein ständiges Bemühen aller, denn viele Bespiele zeigen, dass sich so etwas schnell ändern kann, insbesondere, wenn Randbedingungen leichtfertig geändert werden.

Dramatisch sind teils die Kapazitätsprobleme bei Schulen und Kitas. Das hat weitreichende Folgen auch für die Sozialstruktur bis hin zur Fachkräftesuche.
Wohnmietsteigerungen sind zwar im Vergleich gering, aber ein Problem wie in jeder Stadt. Die Folgen des Zubaus auf die Verkehrslage, Frei- und Grünflächen, soziale Infrastruktur etc. sind ständige Themen. Die Bemühungen um mehr Information und Beteiligung der Bürger müssen hier intensiviert werden. In der heutigen Wirtschaftslage sollten weniger die ökonomischen Interessen der Investoren, sondern auch die des Stadtteils Berücksichtigung finden. Sachorientiert sollte auch bei der notwendigen Abwägung der Interessen im Bereich der Mobilität vorgegangen werden, um die positive, aber sensible Struktur Rüttenscheids nicht zu gefährden.

Rolf Krane, Dezember 2019


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