RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

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Kirschen auf der Rü

Mit Verwunderung haben wir die Presseberichte über die Kirschbäume auf der Rü gelesen. Das ist ja eine uralte Geschichte, und vieles scheint missverstanden zu werden.

Alle freuen sich jedes Jahr über die rote Kirschblüte nördlich der Martinstraße und zehn Tage später über die weiße südlich davon. Dass die Bäume seit 30 Jahren dort stehen und immer noch schön blühen, zeigt, dass sie sich einigermaßen wohlfühlen. In all der Zeit sind vielleicht 10% der Bäume erneuert worden. Das zeigt auch, dass die Belastungen durch Beschädigungen der Rinde oder Verfestigung des Bodens gut vertragen werden, auch wenn sie natürlich möglichst verhindert werden sollten. In der Natur gibt es das aber auch.

Straßenbäume haben aber generell das Problem, dass sie weniger Sonne bekommen als auf einer freien Wiese. Daher ist immer mit einer etwas geringeren Lebensdauer zu rechnen.
Da die Bäume seit 30 Jahren auf der Rü stehen, sind Sie also rund 40 Jahre alt und das ist ein recht ordentliches Alter. 
Die Anzahl der Nachpflanzungen pro Jahr, die Moment im Mittelwert wohl kaum bei ein oder zwei liegt, dürfte also jetzt zunehmen. Wir setzen uns dafür ein, dass sie auch wirklich erfolgt.

Bei Nachpflanzungen ist es leider oft passiert, dass die Bäume nicht wie bestellt gepflanzt worden und dann ganz allein zu einer falschen Zeit in einer falschen Zone geblüht haben. Das ist auch schön, aber nicht die Kirschblüte, deren Effekt in der großen Menge gleichzeitig blühender Bäume besteht. Solche Fehler sind vermeidbar, denn die Lieferfirma hat das zu korrigieren. Allerdings muss man es kontrollieren und sie dazu auffordern, was Grün&Gruga leider nicht immer geschafft hat. Daher haben wir häufig darauf hingewesen und schon oft sind wir mit dem Baumexperten von Grün&Gruga alle Bäume abgegangen, um deren Zustand zur prüfen.
Dabei sind einzelne Fehlpflanzungen natürlich nicht so schlimm. Aber wenn es doch anders geht, sollte man hier entsprechend die ursprüngliche Struktur der Pflanzung auch erhalten. 
Von unserer Seite will niemand Umpflanzungen in größerem Umfang, zumal die Zahl der Fehlpflanzungen ohnehin gering ist. Es dürfte vielleicht ein Dutzend von insgesamt rund 250 Bäumen sein. Wenn Korrekturen leicht möglich sind, sollte man sie natürlich machen.

Der Ersatz von alten Bäumen sollte nur geschehen, wenn sie auch wirklich tot sind, damit es ein gleitender Übergang wird. Sie sterben ja nicht alle gleichzeitig.
Über all diese Punkte besteht eigentlich Einvernehmen mit Grün&Gruga und in den vergangenen Jahren auch eine gute Zusammenarbeit.
Von einer Neupflanzt-Aktion ganz vieler Bäume ist uns nichts bekannt.
Zusammen mit Professor Geyer wurden Wege gesucht, wie man die geeigneten Bäume zuverlässig auswählt und ein entsprechendes Vorgehen wurde vereinbart. Dabei wird man zu Blühzeitpunkten die entsprechenden Bäume in den Baumschulen markieren.

Nach unserer Meinung ist der Erhalt unserer Kirschblüte für Rüttenscheid sehr wichtig, denn es erfreut viele und ist eine bekannte Sehenswürdigkeit. Wenn sich Bürger dafür engagieren ist das sehr positiv an.

Manchmal geht die Diskussion durcheinander, wenn es eigentlich um die Sumpfeichen geht, die bei der Neugestaltung der Rü nach dem U-Bahnbau in 4er-Gruppen an den Kreuzungen und Einmündungen gepflanzt wurden. Diese werden sehr groß und berühren dann die Häuser. Da sie zu dicht gepflanzt wurden, behindern sie sich gegenseitig.
Bei der Nachpflanzung wird daher ein Typ mit schlankerer Wuchsform eingesetzt.

Generell kritisieren wir immer wieder, dass die bauliche Gestaltung von neuen Pflanzmulden falsch ist. Sie sind oft nach unten fast oder völlig geschlossen, so dass sich eine Wurzel kaum ausdehnen kann. Ursache ist das Nebeneinander der Baufirmen und Gartenbaufirmen....
Glücklicherweise besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass das Grün im Straßenraum wichtig ist und gepflegt werden muss.


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