RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

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Mit dem Tod umgehen

Der Ambulante Hospizdienst des Alfried-Krupp Krankenhauses Essen-Rüttenscheid feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. In einem  Förderverein engagieren sich Ehrenamtliche und helfen Menschen in großer Not … und vielleicht in gewisser Weise auch sich selbst. 

Dietrich v. Wissell, Vorstandsvorsitzender des Vereins und Birgit Sebastian-Schulte haben neulich der IGR ihre Arbeit vorgestellt, und ich muss sagen, dass es mich sehr beeindruckt, was hier geleistet wird und wie viele Mitmenschen sich melden, um zu helfen. Das ist für mich erneut ein Zeichen dafür, dass unsere Gesellschaft in einem besseren Zustand ist als häufig unterstellt.

Den Gedanken an den Tod verdrängen wir alle, obwohl jeder selbst betroffen sein wird und man sehr schnell auch bei Verwandten und Freunden damit konfrontiert sein kann. Und das nicht nur im Alter! Was ist zu praktisch tun? Wie kann man menschlich damit umgehen? Viele dieser Fragen überfordern das medizinische System, so dass es sehr segensreich ist, dass sich in den letzten Jahrzehnten Angebote der Palliativmedizin und der Hospize verbreitet haben.

Bemerkenswert ist dabei, dass Vieles durch ehrenamtliche Arbeit geleistet wird. Dabei geht es nicht nur um die Schwerkranke in ihrer letzten Lebensphase, sondern auch um die Angehörigen, bis hin zur Trauerbegleitung.In Rüttenscheid gibt es u.a. den Ambulanten Hospizdienstes des Alfried Krupp Krankenhauses. Er wird unterstützt von einem Förderverein.

Der Verein eröffnet immer wieder mal neue Gruppen von Helfern, die dann eine entsprechende Schulung erfahren. An Kandidaten fehlt es bemerkenswerterweise nicht, aber jedes Engagement ist natürlich willkommen, vor allem finanzielle Beiträge. Im Flyer und auf der Homepage des Vereins kann man auch Mitglied werden. www.foerderverein-ambulanter-hospizdienst.de

Zu den Projekten des Vereins gehört die Jugendtrauergruppe Essen junger Erwachsener im Alter von 17 bis 35 Jahren mit Verlusterfahrung. Die Gruppe lädt ein zum Erzählen über Emotionen wie Trauer, Wut, Verzweiflung, Schmerz, Vermissen, Angst, neuen Mut und Freude.Das Angebot ist anonym, vertraulich und unentgeltlich. Die Gruppe trifft sich im Weigle-Haus Essen, Hohenburgstr. 96, 45128 Essen. Termine: 09.03.2019 /06.04.2019 /18.05.2019 /29.06.2019 www.jugendtrauergruppe-essen.de ,Mail: jugendtrauergruppe@gmail.com Tel.: 0201 - 434 251

Trauerbegleitung und Trauercafé sind ferner Angebote mit den oft kaum erträglichen Gefühlen von Trauer, Schmerz und Hilflosigkeit im Alltagsgeschehen umzugehen. In Einzelgesprächen mit einer Ehrenamtlichen, die zur Trauerbegleiterin ausgebildet wurde, haben Trauernde die Möglichkeit in einer Atmosphäre verständnisvollen Miteinanders ihrer Trauer Raum und Zeit zu geben.Im Trauercafé können sie mit anderen Betroffenen ins Gespräch kommen und vielleicht erfahren, dass es tröstlich sein kann, mit dem Schmerz nicht alleine zu sein. Das Angebot ist kostenlos und nicht an eine Konfession oder Nationalität gebunden.
Das Trauercafé findet an jedem 4. Freitag im Monat in der Zeit von 15 bis 17 Uhr in der Florastr. 6 in Essen-Rüttenscheid statt.  Infos unter Tel. 0201/434-2513 www.krupp-krankenhaus.de/hospiz/hospitzdienst-ambulant-ruettens.html

Im Gespräch mit Herrn v. Wissell und Frau Sebstian-Schulte machte ich die Erfahrung, dass die Befassung mit diesen Themen die Helfer keineswegs bedrückt, sondern vielleicht zu einem harmonischeren Verhältnis zu Leben und Tod führt. Bei aller Schwere der Aufgabe ist das unmittelbare Helfen wohl auch sehr befriedigend.
Rolf Krane


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