RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

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Umbau des Rüttenscheider Sterns

Seit langem ist geplant, die Haltestellen der Straßenbahnen 101 und 106 in Ost-West-Richtung am Stern barrierefrei umzubauen, wie es EU-Recht vorschreibt. (Hört sich gut an, ist aber ein Etikettenschwindel, denn "barrierefrei" ist da nichts, wie die Rollstuhlfahrer bestätigen und wie man an bereits umgebauten Haltestellen leicht sehen kann. Die Spalte zwischen Bahnsteig und Bahn sind bis zu 20cm groß und die Höhenunterschiede auch erheblich. Es handelt sich auch nur um eine Anpassung, die es dem Fahrer ermöglicht eine Rampe anzulegen. So das offiziell vorgesehene Vorgehen.)

Ist die Strecke umgebaut, werden 27 neue Niederflurbahnen eingesetzt.

In den letzten Monaten hat es scharfen Protest der Anlieger zu der ersten Planung eines doppelseitig anzufahrenden Zentralbahnsteigs nur in der Zweigertstraße gegeben, den die IGR sachlich ausgearbeitet und kanalisiert hat. Dem hat sich auch der BVR angeschlossen. Die vielen Argumente lassen sich nachlesen (www.Ruettenscheid.de/Haltestelle), aber nach vielen Diskussionen hat sich jetzt die Ruhrbahn und das Amt für Straßen und Verkehr den Argumenten angeschlossen und plant nun statt dessen einen Umbau der beiden bestehenden Bahnsteige. Die Bezirksvertretung hat am 28.6.18 auch zugestimmt.

Ein erfreuliches Beispiel dafür, dass intensive Sacharbeit und Ausdauer Früchte tragen kann - und die Behörden doch auch zuhören können!

Die umfassende Baumaßnahme wird 5 Monate in Anspruch nehmen und in 2019 umgesetzt. Der Bahnverkehr wird dabei auf Busse umgesstellt, der Straßenverkehr soll eingeschränkt erhalten bleiben.

Einige Aspekte zur Planung, die in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt wird:

Nur durch die jetzige Variante kann der Rechtsabbieger auf der Zweigertstraße auf die Rü erhalten bleiben und eine Rückstaugefahr auf die B224 vermieden werden. Viele weitere Vorteile für die Fußgänger ließen sich nennen.

Da die Gleise ohnehin verschlissen sind, ist der Austausch der Gleise ohenhin notwendig. So kann die Gesamtmaßnahme weitgehend durch Nutzung verschiedener Fördertöpfe finanziert werden. Von den ca. 2,6 Mio € zahlt die Stadt nur ca. 300T€.

Die Bahnsteige sind danach ca. 3,5m breit, bieten viel mehr Platz und sind bestens ausgestattet.

Alle Gleise und auch die Bahnsteige werden neu angeordnet. Die neuen Ampeln sind leider nicht in der Zeichnung dargestellt. Sie sollen der Bahn Vorrang insbesondere vor dem Abbiegeverkehr bieten, der sie oft behindert.

Die Anordnung der Haltestelle der Fahrtrichtung Klinikum hat zur Folge, dass die Straßenbahn auf dem Linksabbiegestreifen hält. Die behinderungsfreie Einfahrt der Straßenbahn wird signaltechnisch sichergestellt.

Der Gleisverlauf ist gegenüber der jetzigen Situation begradigt, was Verschleiß und Quietschen vermindert. Das vorhandene Pflaster in der Gleiszone wird außerdem durch eine bituminöse Gleiseindeckung ersetzt (3,5-cm-dicke lärmmindernde Gussasphaltschicht auf einer 4-cm-starken Binderschicht).

Es sind keine Änderungen des Angebots an Fahr- und Abbiegestreifen auf der Zweigert- und Klarastraße geplant. Aus beiden Richtungen kann man also weiterhin rechts und links auf die Rü abbiegen.

Aufgrund der geringen Querschnittsbreiten sind keine Radverkehrsanlagen umsetzbar. Die Zweigertstraße und Klarastraße sind auch nicht Bestandteil des Radverkehr-Hauptroutennetzes oder des Ergänzungsnetzes.

Da es häufig vorkommt, dass wartender Abbiegeverkehr von der Rü in die Zweigert- und Klarastraße sich so aufstaut, dass der Geradeausverkehr auch nicht abfließen kann, wird die Rü vor der Kreuzung von 5,5, auf 8m verbreitert, was auch die Sicherheit der Fußgänger erhöhen wird.

Zwar ist mit einer erheblichen Belastung durch die Baustelle zu rechnen, aber die Renovierung ist eben irgendwann fällig. Dafür kann man feststellen, dass es einen konstruktiven Diskussionprozess gegeben hat, der nicht nur das Ergebnis wesentlich verbessert hat, sonder der auch auch dazu führt, dass alle den Sinn der Maßnahme erkennen können. Im Ergebnis ist der Komfort des ÖPNV und der Verkehrsfluss für Autos und Räder verbessert.

Die Planungen im Detail finden sich wie immer im Ratsinformationssystem (RIS.Essen.de) unter hhttps://ris.essen.de/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZTzSLASan8HbeDAUrq5RBNg


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