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Verkaufsoffene Sonntage

Stadtteile (IGSE*) warnen vor Novelle in der geplanten Form und beklagen andauernde Planungsunsicherheit

Die Bedeutung der Stadtteile, in denen fast alle Menschen leben, die allermeisten Arbeitsplätze sind und sogar der meiste Einzelhandelsumsatz stattfindet, wird immer wieder betont. Politiker wollen sie lebendig erhalten und auch die zurückgehende Nahversorgungsfunktion der Geschäfte etc. fördern. 
So kann man es nur begrüßen, wenn jetzt die Unsicherheit bei den Verkaufsoffenen Sonntagen behoben, ihre Umsetzung und die der Veranstaltungen erleichtert werden soll.

Die von Wirtschaftsminister Pinkwart im WAZ-Interview aus dem Koalitionsvertrag zitierte und sicher gut gemeinte Erweiterung auf 8 Verkaufsoffene Sonntage je Standort im Jahr wäre aber gerade für die Stadtteile (oder kleineren Städte) sehr schädlich. Die Innenstädte und Einkaufzentren werden ganz sicher die 8 Tage ausnutzen und zwar zu den besten Terminen, z.B. am Anfang des Monats. Die Stadtteile, die fast alle nicht mit den Großen am gleichen Tag konkurrieren können, hätten das Nachsehen und müssten sich mit den verbleibenden Terminen zufrieden geben. Dabei ist man mit den 4 Tagen im Jahr Jahrzehnte lang gut gefahren. Ein Kompromiss, der den Sonntag schont und der Veranstaltung den Charakter des Besonderen lässt.

Sollte außerdem wieder die Zahl der Kalendertage begrenzt werden, so sind zusätzlich auch die Feste wieder geschädigt, weil unnötigerweise zu viele gleichzeitig stattfinden müssten. Dabei gibt es dafür gar keinen Grund, weil die Verkaufsoffenen Sonntage, bis auf die Innenstadt, nur lokale Bedeutung haben.

Beim völligen Wegfall der Anlassveranstaltung ist angesichts der Rechtsprechung Vorsicht geboten.
Entsprechende Inputs haben wir in den letzten Monaten im Landtag eingebracht.
IGSE*

* Seit 2001 repräsentiert die Interessengemeinschaft Stadtteilzentren Essen (IGSE) die Werbegemeinschaften und Initiativen in den größeren Stadtteilen, die allesamt Verkaufsoffene Sonntage veranstalten.


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