RÜTTENSCHEID - Gute Zeit.

RüttenscheiderBrücke

Bauvorhaben Rüttenscheider Brücke / Vivre la RÜ

Seit Jahrzehnten wird über die Zukunft des Messeparkplatzes P2 diskutiert. Nach der Bebauung an dessen Rand, entlang der Veronikastraße liegt seit xxx ein Antrag auf B-Planänderung vor, um von Rüttenscheider Brücke bis Ursulastraße, also entlang der Wittekindstraße, zu bauen. Es folgte der formale Vorgang der notwendigen Änderung des Bebauungsplanes mit Öffentlichkeitsbeteiligung, Studien für Umwelt-, Verkehrs- und juristischen Fragen.

Einerseits ist das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes als Ascheplatz eine unschöne Narbe des Strukturwandels mitten im Stadtteil, andererseits tut etwas Freiraum auch gut, und die Fläche ist als Parkplatz für die Messe von vitaler Bedeutung. Der beklagte Wohnraummangel und das auch finanziell begründete Interesse der Stadt an neuen Bürgern lässt zur Zeit der Politik wenig Spielraum eine begrenzte Bebauung zu erlauben, wenn die Messe einen Flächenausgleich bekommt.

Dies will die Hopf IEG nun unter dem Titel Vivre la Rü (früher Pont du Rü) erreichen. Es wurde ein konditionierter Flächentausch mit der Messe vereinbart, bei dem Hopf die Fläche des ehem. Autohandels zwischen Quartier4 und dem Heizwerk der Messe im Tausch zu der Fläche von P2 neben der Rüttenscheider Brücke, vor dem Girardethaus an die Messe gibt. Die Fläche am Heizwerk wird ab Mai 2026 zu einem Parkplatz umgebaut. 
Der Rat der Stadt Essen hat in seiner Sitzung vom 9.4.25 nach Aufhebung des alten Bebauungsplanes den Bebauungsplan Nr. 7/17 "Rüttenscheider Straße/Wittekindstraße" beschlossen. Die Abwägungen gehen auf 428 Seiten auf alle Fragen und Einwände während der Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung ein.

Themen der Diskussion sind dabei: Verdichtung des Viertels, Bauhöhe, Parkplatzbilanz, Verkehrsüberlastung, Durchleitung des Fahrradweges, Frischluftschneise, Mietkosten.
Der einzig eindeutige Gewinn wäre der Deckel über dem grabenartig tiefer liegenden Bahnhofsgelände, der zu einem Platz mit hoher Aufenthaltsqualität führen könnte. Außerdem könnte eine gute Architektur besser aussehen als der Blick über einen Ascheplatz auf ein Heizwerk. 

Die u.a. Bilder sind nur städtebauliche Entwürfe für die Änderung des Bebauungsplanes. Für eine Baugenehmigung sind differenziertere Pläne zu erstellen, die durchaus anders aussehen können.

Zu den wesentlichen Änderungen, die im Verlauf der auch unten abgebildeten Diskussion in den Bebauungsplan und den begleitenden städtebaulichen Vertrag aufgenommen wurden, gehören: 

- Weitere, zweifache Staffelung der obersten Geschosse, so dass zur Wittekindstraße hin, mit Rücksicht auf die gegenüberliegenden Nachbarn, 5 Etagen an der Hausfront liegen und zwei zurückgesetzt sind (mit Maßen in der Draufsicht aus dem B-Plan, aber anschaulicher in der 3D-Darstellung der Architekten): 

- Ferner erfolgte eine Festschreibung der geforderten Verkehrswege, insbesondere der Rampe zwischen P2 und Wittekindstraße gegenüber Ursulastr. am östlichen Rand des Bauvorhabens. Die Rampe wird aufwändig um den dortigen Baum (Naturdenkmal) herumgeführt und mündet parallel zur Wittekindstraße auf die Grugatrasse auf P2-Niveau.

- Der Ersatz für die zu fällenden Bäume erfolgt vor Ort, sowohl auf dem Baugelände, als auch am Nordrand von P2, entlang der Planstraße Richtung der Rommenhöllergleis-Trasse. Der Ausgleich für die Böschungen, die auch einen ökologischen Wert in einem Ökopunkte-Verfahren haben, erfolgt allerdings in Kettwig.

- Der betroffene Abschnitt des Fuß- und Radweges der Grugatrasse muss fertig werden, bevor die Gebäude gebaut werden.

- Die Diskussion über den “Deckel”, also den Platz, der durch Anschluss an das Girardethaus entstehen soll, wird in ein Gremium verlagert, an dem die betroffenen Gruppen beteiligt werden. Den Bau übernimmt der Bauherr. Aspekte s.u.

Vieles Weitere wurde im städtebaulichen Vertrag vereinbart, der parallel zwischen der Stadt und dem Bauherrn geschlossen wurde. Der nächste Schritt ist die Erlangung einer Baugenehmigung.


Neben einigen Workshops und Veranstaltungen, etwa von Bürgerforum und IGR, erfolgten auch die formalen Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung, die die Möglichkeit von Einwänden Betroffener boten. Zu allen hat die Verwaltung Stellung genommen, was im Ratsinformationssystem dokumentiert ist:

Öffentlichkeitsbeteiligung, Stellungnahmen und Abwägung zum Bebauungsplan "Rüttenscheider Straße/Wittekindstraße" Nr. 7/17

Das aktuelle Bauvorhaben siehe unten... 

Die Webseite des Bauvorhabens

Position der IGR dabei.

An dieser Stelle wurde der Diskussionsprozess begleitend im Detail dargestellt. Nachdem 2025 mit der Aufstellung eines neuen, vorhabenbezogenen Bebauungsplans noch mit der Mehrheit von CDU und Grünen im Rat die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen wurden, wurde der Diskussionsprozess an dieser Stelle ausgeblendet und auf die noch offenen undaktuellen Punkte reduziert.

Die Meinungen dazu gehen in der öffentlichen Diskussion weit auseinander, und so lohnt es sich vielleicht die Vorgeschichte und die verschiedenen Argumente einmal zusammenzutragen.


Geschichte des Ortes

Ursprünglich war das Gelände der Rüttenscheider Güterbahnhof, der die in der Umgebung zahlreich vorhandenen Industrie- und Handwerksbetriebe versorgte. Neben der Girardet Druckerei, einer der größten Deutschlands und ihrer Zulieferfirmen ging es geradeaus weiter zum Gasfabrikanten Rommenhöller (heute ungefähr Staples) und in einer Kurve nach Süden zur Zeche Langenbrahm. 

(historische Bilder in unserer Sammlung...)

Gegenwärtiger Stand der Fläche.

Entlang dieser Abzweigung soll das Bauvorhaben Rüttenscheider Gärten entstehen, dass den Bogen der Trasse aufnimmt, die als Grünstreifen erhalten bleiben soll. Auf der Rommenhöller-Trasse ist ein weiterer Fuß- und Fahrradweg im Gespräch, der entlang auch dem Bauvorhaben Parc Dunant (alte PH) führen würde. Die dortigen Schrebergärten müssten weichen und Kosten sind hoch so dass einige Politiker auf den parallelen Radweg entlang der Müller-Breslau-Str. verweisen.

In westlicher Richtung lag eine Maschinenfabrik (Ista-Gebäude / Grugaplatz), eine Ziegelfabrik u.v.a.m.. Unsere Sammlung historischer Bilder zeigt dies noch genauer als dieses Luftbild von 1957.

Der Strukturwandel von der Schwerindustrie hin zu Dienstleistungen kann historisch als wesentliche Attraktivitätssteigerung Rüttenscheids, jedenfalls aus Sicht der Anwohner, angesehen werden, was aber natürlich für die heutige Diskussion nicht entscheidend ist.

Wichtig ist aber, dass fast die gesamte Fläche des Bahnhofes seit dem Ende von Druckerei und Bahnhof mitten im Stadtteil brach liegt. Die Nutzung zum Parken ist zwar sehr wichtig für Rüttenscheid und die Messe, aber schön sieht sie nicht aus.

Die Diskussion, was man damit machen sollte, ist über 30 Jahre alt, verlief aber immer im Sande, weil die Finanzierung von Ideen nicht möglich war oder die berechtigten Interesse der Messe an dem Parkraum nicht kompensiert werden konnten.

Dass erst jetzt erheblicher Protest geäußert wird, verwundert insofern, als die Idee einer Bebauung nicht neu ist und schon mehrfach konkret öffentlich dargestellt wurde.

2008 z.B. bewarb sich die Stadt Essen beim Land NRW um den sog. Gesundheitscampus NRW, der eine ganze Hochschule hier ansiedeln wollte. Dabei wäre die gesamte Fläche von P2 bebaut worden. (Bewerbung...)

Hier von Norden betrachtet mit dem Girardethaus in Vordergrund. 

Auch hier war schon die Schaffung eines Platzes und das Zurücksetzen des Eckgebäudes vorgesehen. Grund dürfte, wie auch heute, die städtebauliche Bedeutung eines Platzes für Rüttenscheid und die Tatsache gewesen sein, dass die Fassade des Girardethauses unter Denkmalschutz steht und der Blick darauf nicht verbaut werden darf.  
Proteste dazu hat es bemerkenswerterweise nicht gegeben.

 
Es gab auch unterschiedliche Veranstaltungen der Bürgerbeteiligung. Zweimal haben z.B. Koschany + Zimmer Architekten KZA im Rahmen der Veranstaltung "Kreative Köpfe" und des Gesundheitscampus Bürger zu Planungsworkshops eingeladen, bei denen Nutzungsvarianten am Model entwickelt wurden. Die Beteiligung war groß.

Auch hier wurde eine Bebauung der Fläche vorgesehen. Die Modelle, die so entstanden, standen jahrelang im Schaufenster von KZA.

Die IGR hat Veranstaltungen zur Information über die Planungen und den Verlauf durchgeführt.

Zwischenzeitlich gab es eine Bürgerinitiative der Anlieger mit Ideen, denen sich aber offenbar auch nicht viele angeschlossen haben.
 

Die Interessengemeinschaft Rüttenscheid hat in den 199er Jahren die frühesten Vorschläge gemacht und dabei die städtebaulichen Chancen im Auge gehabt.

Kern war nicht die Bebauung, sondern die Deckelung des Grabens vor dem Girardethaus um einen Platz zu schaffen und eine Fortsetzung des Deckels möglichst bis zur Grugahalle. Damit solle ein ebenerdiger Weg von der Rü zur Gruga führen, um diese Anbindung, die oft kritisiert wird, zu verbessern.

Unter dem Deckel sollten mindestens 2 Etagen für Parken vorgesehen werden, um im Bereich der Rü Parkraum zu schaffen, der auch Messe, Grugahalle und Park sehr nutzen würde. - Ein Teil der Diskussion um ein neues Parkhaus, bei der man aber im Stil ehr Investoren abgeschreckt statt angelockt hat.

Um die Kosten gering zu halten, wurde ein seitlich offenes Stahlständerwerk vorgeschlagen.

Diese Anbindungsideen sind später eingegangen in die Workshop-Entwürfe von KZA.

Hier ein früher Entwurf, den Jürgen Darmowski für die IGR zu Papier gebracht hat und ein weiterer von 2002.

Leider hat sich seitdem kein Investor für dieses Modell interessiert, obwohl es in den 20 Jahren einige gab, die viel aufwändigere Tiefgaragen, z.B. am Rüttenscheider Platz oder am Haumannplatz bauen wollten. Wir vermuten, dass die Verwaltung hier auch zu wenig vermittelt hat.

Eine andere Möglichkeit der Finanzierung des Deckels wäre eine Bebauung, die unten ausreichend Tiefgaragenplatz bieten sollte, um den zusätzlichen Bedarf zu decken.

Ziele waren und sind weiterhin
- die Attraktivitätssteigerung der Brachfläche
- der öffentliche Platz direkt an der Rü
- die Anbindung der Rü an Messe und Gruga sowie 
- die Schaffung von Parkplätzen an der Rü.

 
Ein anderer Ansatz versuchte unter dem Arbeitstitel GruGate die Anbindung der Rü zur Gruga und Messe zu verbessern. Die Landschaftsarchitekten Davids Terfrüchte + Partner erstellten im Auftrag von Grün&Gruga und in Kooperation mit Rolf Fliß von den Grünen und Rolf Krane von der IGR 2008 ein Konzept.

Zu den Elementen gehörten zwei Rampen an der Nordböschung des Bahnhofgeländes. Die eine im Bild führt von der Rüttenscheider Brücke in Richtung Gruga und wurde leider bisher nicht gebaut, obwohl Gelder beim Land zur Verfügung gestanden haben sollen. Die andere wurde gebaut, nämlich unter der Alfredstraßenbrücke. Leider in einer Ausrichtung weg von der Gruga, weil man vom Bau beider Rampen ausging. 

 
Weitere Elemente waren attraktive, deutlich markierte Wegebeziehungen zum Grugapark.

Es lohnt sich sicher, anlässlich der Entwicklung dies erneut in die Überlegungen einzubeziehen, obwohl keine direkte Beziehung zum Bauprojekt besteht. Nach den bisherigen Planungen reduzieren das Bauvorhaben und die anstehende Sanierung der Alfredstraßenbrücke die Verbindungeswege zwischen Radtrasse und Rü drastisch.
 

Einordnung

Die Allermeisten werden wohl die Meinung teilen, dass man sich hier viele schöne Nutzungen wünschen würde, denn Freiflächen sind im urbanen Bereich, abseits von Gruga, Haumannplatz und Kruppwald, knapp. In den letzten Jahren gab es auch viele Ideen, Bürgerworkshops und konkrete Planungen für P2. Alle haben aber eine Bebauung vorgesehen (siehe oben).

Die Bebauungspläne der Hopf IEG, für die CDU&Grüne mit dem neuen Bebauungsplan eine juristische Grundlage geschaffen haben, finden Zustimmung und Widerspruch. 

Leider wird dabei nicht erwähnt, dass grundsätzlich andere Optionen kaum möglich sind. Entscheidend ist, dass die Stadt es vor ungefähr 30 Jahren gegen den Rat des damaligen Planungsdezernenten Best versäumt hat, der Bahn das Grundstück des alten Güterbahnhofes abzukaufen. So ging es in Privatbesitz und wurde lange Zeit der Messe als lebenswichtiger Parkplatz vermietet. Die Diskussion über immer höhere Pachtkosten kann man in der WAZ von 2017 verfolgen. So hat die Stadt Teile der Fläche lieber gekauft, was nur mit der Verpflichtung möglich war, sie zurückzugeben, wenn der alte Eigentümer, HOPF, eine Alternativfläche zum Parken für die Messe bietet. Diese wurde jetzt neben dem Heizwerk gefunden und der Tausch vorgenommen. Man war also zum Flächentausch gezwungen und konnte als Stadt über die Fläche ohnehin nie verfügen, weil man über weite Bereiche nicht Eigentümer ist und die Messe die Fläche braucht. Daher bleibt leider nicht viel Spielraum. Gegen eine Bebauung zu sein, hilft nicht weiter, zumal keiner der heutigen Politiker am Grundproblem, dem Flächenkauf vor 30 Jahren, beteiligt war.

Daher ist es das Vernünftigste, im Sinne Rüttenscheids so viel wie möglich Einfluss auf das Bauvorhaben und auch die Gestaltung von P2 zu nehmen, was auch von verschiedenen Seiten mit Erfolg geschieht und im Rahmen des Verfahrens weiter geschehen wird.

Viel wurde schon erreicht. Von einem Riesensupermarkt mit großem Verkehrsaufkommen ist nicht mehr die Rede, die Gebäudehöhe wurde reduziert und gestaffelt, zur Anbindung wurden viele Vorschläge umgesetzt und alle Themenbereiche der Kritik wurden von der Bezirksvertretung einstimmig aufgegriffen und in den Beschluss des Ausschusses aufgenommen (Verkehrsaufkommen, Verkehrsanbindung, Parkplätze, Anbindung von Radtrasse an die Rü, Fahrradtrassenführung, Grünverlust, Klimaauswirkungen, Miethöhen usw.). 

Der einzig unstrittige Vorteil für Rüttenscheid ist der große Platz, der als Fortsetzung der Rüttenscheider Brücke als Deckel zwischen Girardethaus und Wittekindstraße entstehen soll. Er hätte als Freiraum und Ort der Begegnung großen städtebaulichen Wert für Rüttenscheid, dem es an zentralen Plätzen mangelt. Siehe unten.
 

Vorgeschichte des Bauvorhabens

2002 hat die Hopf IEG große Teile von P2 gekauft. Anderen, wie dem KVR, gehörten zwischenzeitlich Flächenanteile.

Auf den alten Schrebergärten an der Walpurgisstr. wurde 2009 von Hopf das Quartier4 mit 59 Einfamilienhäusern und 24 Eigentumswohnungen gebaut. An der Veronikastraße entstand 2017 mit RüNovo auch reine Wohnbebauung. Aber schon vorher waren Teile des Bahnhofsgeländes daneben bebaut. Zwischen RüNovo und Quartier4 entstand an der Veronikastr. ein Bürogebäude. 2000 wurden die Sportfreunde 07 angesiedelt als das alte Stadiongelände vermarktet wurde. (siehe Bauvorhaben in Rüttenscheid der letzten 20 Jahre...)

Nicht zuletzt um der Messe die lebenswichtigen Parkplätze zu sichern und hohe Pachtkosten zu beseitigen, wurden 2012 große Teile von P2 von Hopf IEG an die Messe verkauft und dabei vereinbart, dass Hopf den Bereich neben der Rüttenscheider Brücke bis ungefähr Ursulastraße bekommen und bebauen kann, wenn die Messe einen Ausgleich für die Parkplätze bekommt und die Durchfahrt zum hinteren P2 gewährleistet ist.
Die politische Abwägung, ob man wegen des Wohnraummangels und der Mietsteigerungen in Essen hier Wohnungsbau zulassen oder eine weitere Verdichtung Rüttenscheids vermeiden und die Brache als Freifläche einer anderen Nutzung zuführen sollte, ist mit diesem Vertrag getroffen worden. Der Aufsichtsrat, in dem alle Parteien vertreten sind, soll einstimmig zugestimmt haben. 

Die IGR teilt die Ansicht vieler, dass man sich für eine solche Fläche mitten im dichten Siedlungsgebiet viele attraktive Nutzungen vorstellen kann, aber es erscheint müßig (bzw. unehrlich) die tatsächliche Sachlage zu ignorieren.

Als städtebaulichen Gewinn setzen wir uns weiterhin für unsere alte Idee eines Deckels zur Schaffung eines möglichst großen Platzes mit hoher Aufenthaltsqualität ein. 

Schon 2013 berichtete die WAZ... von dem Zielkonflikt. Zwischenzeitlich wurden allzu verkehrsintensive Nutzungen von Seiten der Politik verhindert, denn auch Verkehr und Parkplätze sind heikle Punkte.

Nachdem man sich 2019 nach langer Diskussion über den Flächentausch (der komplizierter ist, als hier darstellbar) geeinigt hat, wurde im September der Rat die Verwaltung mit der Änderung des Bebauungsplanes beauftragen. (WAZ 17.7.19) Am 9.4.25 beschloss der Rat mit den Stimmen von CDU und Grünen und Enthaltung der SPD, die in seinerzeit mit auf den Weg gebracht hatte, den neuen Bebauungsplan, nachdem der alte aufgehoben wurde.

In einem Bebauungsplan werden nur grobe Eckdaten festgelegt. Einzelheiten der Gestaltung des Bauvorhabens werden in der Baugenehmigung später festgelegt, wobei es aber gesetzliche Grenzen gibt, was Verwaltung dann noch fordern kann. Wie üblich wurde mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan ein städtebaulicher Vertrag zwischen Bauherrn und Stadt abgeschlossen, in dem Politik relativ frei ist Randbedingungen zu setzen.
 

Das geplante Bauvorhaben

Für einen Bebauungsplan sind grobe Skizzen als städtebaulicher Entwurf ausreichend, wie es die meisten hier vorliegenden Bilder sind. Genauere Planungen finden im Rahmen der laufenden Baugenehmigung statt. Diese liegen nicht vor, sollten aber nicht sehr weit abweichen. Neben den in den Gremien und Veranstaltungen gezeigten Bildern, werden hier Bilder von der Webseite des Bauvorhabens gezeigt. Der umfangreiche Diskussionsprozess hat zu einigen Änderungen geführt, so dass ältere Bilder nicht mehr ganz aktuell sind. Soweit diese hier verwendet werden, wird darauf hingewiesen.

Beauftragt wurde das renommierte Architekturbüros HPP aus Aachen.

Das Gelände liegt ca. 6m unter der Rü, wobei die Wittekindstraße ein erhebliches Gefälle hat:


Die Eckdaten

Es sind vier Gebäude entlang der Wittekindstraße geplant. An der Ecke zur Rü soll ein ausschließlich gewerblich genutztes und zurückgesetztes Gebäude mit 6440m² entstehen, das in L-Form den Platz, der sich zwischen Girardethaus und Wittekindstraße ergibt, eingrenzt. Es ist zurückgesetzt, weil die Fassade des Girardethauses unter Denkmalschutz steht und so weiterhin gut gesehen wird.

Entlang der Wittekindstraße sollen drei Wohngebäude mit 15.500m² Wohnfläche entsteht, was 120-140 Wohnungen ergeben soll. Die Wohnungsgrößen stehen noch nicht fest. Die Häuser haben 7 Geschosse mit zwei Staffelgeschossen auf dem Dach zur Wittekindstraße hin. Das östliche Haus 4 realisiert geförderten Wohnungsbau, was zu niedrigeren Mieten mit Wohnberechtigungsschein führt. Damit ist die vom Rat gewünschte Quote von 30% erreicht.

Alle Gebäude und Grünanlagen stehen auf einem Block, der die Tiefgaragen aufnimmt und in etwa auf der Ebene des jetzigen P2 steht. Wesentliche Ausschachtungen sind daher nicht nötig, da P2 4-6m unter dem Niveau der Rü und Wittekindstraße liegt. Da die Wittekindstraße ein Gefälle hat, hat die Tiefgarage unter dem gewerblichen Gebäude zwei und die unter den drei Wohngebäuden eine Etage. 

  
An der Ecke zur Rü ist ein Gebäude mit ca. 6000 m² Gewerbe und ca. 600m² für Einzelhandel und/oder Gastronomie im EG angedacht. Es ist zurückgesetzt, da die Sicht auf die denkmalgeschützte Fassade des Girardethauses frei bleiben muss. 

Im der Animation linksseitig nicht vollständig zu sehen, der neu geschaffene Platz.

 
Vertikale Anbindung

Die schon lange diskutierte Verbindung zwischen der Straßenebene und der Ebene von P2 sowie die Anbindung von Grugapark, Messe, Schönleinviertel an die Rü (s.o.) sollen durch zwei Rampen realisiert werden. Dabei spielt eine wichtige Rolle, dass die Unterführung unter der Alfredstraßenbrücke bei der anstehenden Samierung der Brücke wegfallen wird. Dafür wurde an dieser Stelle eine Ampelüberquerung zwischen Gregor und Schönleinstraße installiert. 
Seit 2024 wird angegeben, dass die Ausschreibung für diese Rampe, zu der es auch öffentliche Ortstermine gab, laufen würde. Der Umsetzungstermin der Brückensanierung wurde mehrfach verschoben, weil unklare Kabel und Rohrleitungen um Untergrund gefunden wurden.

An der Böschung zur Schönleinstraße soll eine Rampe installiert werden, die im Falle es Zustandekommens des Bauvorhabens “Zechhaus” wäre diese Teil des dort neu entstehenden Gebäudes. 

Eine weitere Rampe soll, ähnlich wie seinerzeit "Grugate" (s.o.) an der Böschung der Gregorstraße zur Rüttenscheider Brücke führen.

 
Radverkehr

Für den Fuß- und Radverkehr auf der Grugatrasse ergeben sich nach den Planungen zwei Möglichkeiten den Bereich zu passieren. Die neue Rampe entlang der Gregorstraße ermöglicht die Auffahrt auf die Rüttenscheider Straße und die Weiterfahrt auf der Fahrradstraße Wittekindstraße. In ihrem Verlauf besteht die Möglichkeit über die neue Rampe gegenüber der Ursulastraße (Naturdenkmal-Baum) wieder auf die Grugatrasse zu gelangen oder entlang der Wittekindstraße Richtung Stadtwaldplatz zu fahren. Auch der bisherige Weg auf der P2-Ebene bleibt erhalten. Die bereits jetzt bestehende Verschwenkung vom nördlichen Verlauf entlang der Gregorstraße zum südlichen Verlauf parallel der Wittekindstraße erfolgt dann allerdings nicht mehr an der Rüttenscheider Brücke, sondern am Ende des Baufeldes (gelbe Linie in der Zeichnung). Zusätzlich erlaubt die neue Fortsetzung der Trasse entlang, dem Girardethaus den Anschluss an die mittlerweile fertiggestellte Trasse auf dem sog. Rommenhöllergleis, einem weiteren Fuß- und Radweg entlang der alten Bahntrasse Richtung Bergerhausen.

 
Vorschläge zusammengefasst in der Draufsicht:

Offene Punkte

Bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung und bei einer so zentralen Lage mit hoher Wahrnehmung und hoher Frequenz an Personen bleibt es nicht aus, dass ein erheblicher, kontroverser Diskussionsprozess entbrennt. 
Kritikpunkte waren die weitere Verdichtung des Stadtteils, der Verlust einer der letzten Freiflächen und einiger Bäume, die Bauhöhe, zusätzliche Verkehre, stadtklimatische Sorgen und insgesamt die Art der Bürgerbeteiligung.

An dieser Stelle wurde dieser Vorgang über Jahre zur Begleitung und Versachlichung der Diskussion beschrieben und laufend aktualisiert. Weil er in der Beschreibung der Öffentlichkeitsbeteiligung und Abwägung umfangreich abgebildet ist, wurde er hier wieder entnommen zugunsten der gegenwärtig aktuellen Aspekte (6/26).

 
Es gibt nach der Schaffung des Baurechts vor allem folgende offene Punkte
1. Gestaltung des öffentlichen Platzes
2. Grünverlust / Nutzung von Rest-P2
3. Parkplätze,
die im Folgenden diskutiert werden.

 

1. Öffentlicher Platz

Während es durchaus kritische Meinungen zu den Gebäuden gibt, dürfte die Schaffung eines öffentlichen Platzes mit Aufenthaltsqualität und Raum für verschiedene Nutzungen weitgehend einvernehmlich sein. Er wäre ein erheblicher städtebaulicher Gewinn für den Stadtteil, dem es ansonsten wegen seines "Straßendorf"-Charakters an attraktiven Plätzen fehlt.

Vor dem gewerblichen Eckgebäude bis zur Grundstücksgrenze entsteht in jedem Fall ein Platz. Das Überbauen bis zur Terrasse das Girardethauses hat der Bauherr zugesagt und ist Bestandteil des städtebaulichen Vertrages. Dies soll in einem Kreis aus Betroffenen diskutiert werden. Nur damit wird ein zusammenhängender Platz mit städtebaulicher Relevanz geschaffen. 

Ziele der Platzgestaltung:

- Der Platz als sehr wichtiges städtebauliches Element für den Stadtteil sollte eine möglichst hohe Aufenthaltsqualität haben und möglichst viele verschiedene Nutzungen ermöglichen. Z.B. kleine Veranstaltungen, Märkte, Musik, Kunst, Treffen…

- Dazu gehört der Erhalt der bestehenden und sehr erfolgreichen Gastronomie.

- Baulich und gestalterisch ist ein nahtloser Anschluss zum Girardethaus anzustreben. Für die notwendige Kooperation wird ein Interessenausgleich gesucht werden müssen.
Es sollte auch einen möglichst nahtlosen Anschluss an die Rüttenscheider Brücke ohne Trennelemente geben - trotz ihrer leichten Wölbung. Sie schwingt aber mit dem Verkehr.

- Viele Sicht- und Wegebeziehungen sowie die sog. soziale Kontrolle zur Vorbeugung von Missständen sind sicherzustellen.

- Insbesondere bei Grünanlagen ist die dauerhafte Pflege und Qualitätserhaltung sicherzustellen. 

Bisher hat die Verwaltung den Eigentümer des Girardethauses nicht eingebunden, was für die bauliche Anbindung und die Gestaltung erforderlich sein wird. Verwaltung sieht zu oft nur das reine Bauvorhaben und nicht das Umfeld, was im formalen Vorgehen richtig, aber städtebaulich meist zu wenig ist. Vom geplanten Zechgebäude, über die Rampen zwischen P2 und Straßenebene über das Hopf-Bauvorhaben bis hin zur Nutzung von Rest-P2 sollte eigentlich alles zusammen betrachtet werden.

In den Medien und Gremien ist der Platz vielfach sehr unterschiedlich dargestellt. Allen Darstellungen ist die Tatsache gemeinsam , dass große Bäume dargestellt werden, die sich zwar jeder wünschen wird, die aber auf einer Platte/Brücke bzw. auf einer Tiefgarage mangels Raum für die Wurzeln nicht möglich sind. Das sind reine Werbedarstellungen. 

Ähnliche ist es mit den großen Beeten, die zum Großteil auf Feuerwehrvorfahrten und -Aufstellflächen gezeichnet sind.

Bei viel Grün gibt es die Erfahrung, dass derartiges Grün nicht dauerhaft gepflegt wird und dann sehr unschön aussieht und negative Folgewirkungen hat. Es ist also auch ein langfristiges Pflegekonzept und eine Motivation der Akteure zu schaffen.

 
Hier ein Vorschlag für die Deckel- bzw. Platzgestaltung:

 

Größe des Platzes

Wenn man es als städtebauliche Chance ansieht, hier einen attraktiven Platz für Aufenthalt und vielfältige Nutzung zu schaffen, sollte der Brückenschlag zum Girardethaus erfolgen und der Platz eine hinreichende Größe erreichen. 

Wenn man die Öffnung an der Ecke zum Girardethaus -  mit Altbaumbestand - belässt und diese ein Stück über den Radweg geht, ist ein Einblick auf den Radweg und Naturlicht dort gewährleistet. Hier ist ein Treppenaufgang im Gespräch. Er wäre hier ggf. sinnvoller als jener, der am Ende der Rampe an der Ecke Gregorstraße vorgesehen ist.

Die Zeichnung sieht eine weiter Öffnung im Verlauf des Platzes vor, die nur über dem Radweg liegt und mit umgebenden Bänken o.ä. ansprechend gestaltet werden kann. Es ist die Frage, ob Öffnungen nahe der Gastronomie gegen das Herunterfallen von Gegenständen gesichert werden müssen.

Außerdem soll die Radwegunterführung intensiv ausgeleuchtet werden.

Wer hier von Angstraum spricht ignoriert die Situation entlang der gesamten Grugatrasse die nachts unbeleuchtet und damit stockdunkel mit wenig Ausweichmöglichkeiten nach recht uns links ist. Eine Beleuchtung wird bisher von den gleichen Gruppen wegen der Störung von Insekten verhindert. So wäre die Unterführung der sicherste Abschnitt auf der Grugatrasse.

Die Breite der Rüttenscheider Brücke ist mit 14m fast nur 1/3 gegenüber den 39m der Alfredstraßenbrücke, die ohne Beleuchtung auch bisher unterfahren wird. 

Da wir den öffentlichen Platz als Gewinn für den Stadtteil ansehen, schlagen wir eine Fortsetzung auch neben dem gewerblichen Haus 1 in der Länge der Terrasse des Girardethauses vor, was auch Vorteile für die Wegebeziehungen hätte. Siehe Zeichnung unten.


Höhenunterschiede

Die Rü hat in beiden Richtungen eine Steigung zur Rüttenscheider Brücke hin. 
Die Rüttenscheider Brücke ist in sich auch leicht gewölbt. Der höchste Punkt des Straßenverlaufes ist also in der Mitte der Brücke.
Das ist der Grund, warum an der Ecke Wittekindstraße Stufen vorgesehen sind.

Die Höhe des Platzes vor dem Gewerbegebäude ist die des höchsten Punktes in der Mitte der Brücke, weil hier die freie Feuerwehrzufahrt bestehen muss. Daher ist mindestens hier auch ein barrierefreier Zugang möglich.
Wegen der Wölbung der Brücke ist auf dem Rest ihrer Länge mit Stufen zu rechnen. 

Die Brücke schwingt auch unter Last, so dass ein elastischer Anschluss erforderlich sein wird.

Wichtig sind die Höhenverhältnisse zur Oberfläche auf dem Girardetlager. Hier besteht ein Höhenunterschied von 65 bis 70cm.

Betrachtet man die Situation auf diesem „Platz“ des Girardethauses, so wundert die Aufteilung.
Die sog. Südpromenade besteht aus einem engen Weg am Fritzpatricks und Hudson's vorbei, der ca. 50cm unter dem Niveau des Parkplatzes liegt. Dazwischen sind Hochbeete angelegt, die die Abgrenzung zum Gehweg/Außengastronomie nochmals auf rund 1m erhöht. 

Würde man auch nur statt der Beete etwas in der Art der Stufen auf ganzer oder fast ganzer Länge fortsetzen, hätte die Gastronomie viel mehr Platz und Luft.

Durch Wegfall des Parkplatzes, der von den Gastronomen ohnehin öfter als Außen- und Veranstaltungsfläche genutzt wird, entstände auch hier ein Platzcharakter mit mehr Möglichkeiten.

Stufen stehen weder dem Platzcharakter noch der Nutzbarkeit im Wege, wie z.B. der Kennedyplatz in der Innenstadt zeigt.

Stufen können den Platz gliedern und zum Sitzen einladen. 

Entlang der Grenze zum Girardethaus oder der Brücke können sie sich mit Beeten abwechseln, um ggf. technische Anschlussprobleme zu verdecken.

 

Platzgestaltung

Wichtige Randbedingungen, vor allem hinsichtlich der Begrünung ist die Tatsache, dass größere Pflanzen und vor allem Bäume mangels Wurzelraum nicht möglich sind und Feuerwehranfahrt und -aufstellflächen zu beachten sind. Punktuelle Lasten, wie große Kübel sind ggf. über Tragsäulen aufzustellen.

Die Dauerhafte Pflege von Grün ist sicherzustellen und technisch zu vereinfachen. 

Sicherheitshinweis für die die Polizei Beratung leistet sind zu berücksichtigen. Sie plädiert z.B. keine Sichtbehinderungen, gute Sichtbarkeit und Beleuchtung, klare Wege, Aufenthaltsbereiche nahe Fassaden, Gastronomie und Läden etc.. In der Mitte sollte ausreichend Platz für Bewegung und Veranstaltungsfläche bleiben.

Mobile Elemente sind festen vorzuziehen, da dies die flexible Nutzung erleichtert und die Berücksichtigung von Erfahrungen ermöglicht.

Maßnahmen zum Hitzeschutz sind sehr wichtig, Ggf. auch Windschutz. Ökologische Maßnahmen, wie Wasserrückgewinnung, können auch Kosten sparen.

Unter diesen Randbedingungen stehen folgende Elemente zur Verfügung:

Pergolen, Spaliere oder Abwandlungen mit Rankpflanzen als Schattenspender und Zonenaufteiler.
Es gibt sie in Stahl- oder Holzkonstruktionen mit Kletterpflanzen (z. B. Wilder Wein, Hopfen, Clematis oder Blauregen – je nach Standort)
Sie haben oft eine Baumform und Sitzgelegenheiten, teilweise sogar Wasserspeicher und solar betriebene Pumpen.

Pflanzinseln und Hochbeete bei hohen Pflanztöpfen lassen sich auch kleine Bäumchen sogar in mobilen Behältern realisieren. 

Auch unsere Blumensäulen, mit denen wir (IGR) die Rü im Sommer verschönern, kommen in Frage. Der Anbieter hat jahreszeitlich wechselnde Pflanzen im Programm und übernimmt die Wässerung und Pflege. 

Die meisten dieser Elemente lassen sich als mobile Elemente z.B. in Großkübeln ausführen, was die Flexibilität erhöht.

Eine Fassadenbegrünung ist bereits vorgesehen und sollte zum Platz hin intensiv sein.

Textile Sonnensegel für Schatten und etwas als Wind und Regenschutz sind preiswert und flexibel

Flexible Sitzlandschaften, von Holzbänken über Sitzstufen, Rundbänken bis zu Stühlen, Bänken und Liegebänken gibt es viel Möglichkeiten, die mit den schattenwerfenden Grünelementen kombiniert werden sollten. Schatten spenden natürlich auch die Baukörper, aber wegen ihrer Ausrichtung, offen nach Westen, im Sommer wenig. Für den Winter sollte eine Gastronomie im Gewerbegebäude eine Außengastronomie nach Westen vorsehen, die im Winter etwas Sonne und teilweise Sonnenuntergänge bietet.

Nebeldüsen werden oft in die genannten Elemente integriert und können bei starker Hitze eine erhebliche Abkühlung erreichen.

Öffentliche Trinkwasserspender sollten selbstverständlich sein. Die Stadtwerke haben welche in Öffentlichen Räumen.

Offene Freifläche für Veranstaltungen Markt, Stadtteilfeste, Konzerte, Sport, Kinder

Helle und unempfindliche Bodenbeläge vermindern die Aufheizung.

Auch bei geringer verfügbarer Bautiefe sind Wasserspiele mit Bodendüsen möglich. Diese gibt es auch mit Nebeldüsen und Lichteffekten.

Regenwasserspeicherung und Nutzung zur Bewässerung

Es ist zu empfehlen möglichst viele Anschlüsse von Strom und Wasser, ggf. Abwasser auf der Fläche verteilt vorzusehen, um flexible Nutzungen später zu erleichtern. Sonnenschirmhülsen sind hilfreich.
Wasseranschlüsse können für die automatische Bewässerung von Grün verwendet werden und damit die Pflege sicherstellen. Kommen sie senkrecht aus dem Bereich der Tiefgarage, vermindert das die Frostgefahr.

Öffentliche Toiletten gehören zwar auf einen Platz mit Aufenthaltsqualität, der nicht nur kommerziell genutzt werden soll. Allerdings lässt die jahrzehntelange politische Diskussion wenig Hoffnung aufkommen, dass von Seiten der Stadt Beiträge zu erwarten sind. Trotzdem würde es sich anbieten jetzt, wo es einfach ist, Anschlüsse vorzusehen. 
Vielleicht ergeben sich für dieses städtebaulich wichtige Projekt Fördermöglichkeiten, die generell geprüft werden sollten, wenn es z.B. um ein ökologisches Regenwassermanagement geht. 

Licht kann den Raum gliedern und viel Stimmung schaffen. Neben Bodenstrahlern können auch Pflanzelemente Strahler enthalten. Sie ermöglichen eine Akzentbeleuchtung, die Illumination von Pflanzen etc.. Eine Fassadenbeleuchtung wäre schön. Das Girardethaus hat eine einfache Form. 
Lineare LED-Leisten unter Sitzbänken oder in Trogkanten (indirektes Licht, keine Blendung) ermöglichen eine Strukturierung der Fläche bis hin zur Notbeleuchtung entlang barrierefreier Hauptwege.
Ein Lichtkonzept für den Platz wäre empfehlenswert.

Möglichst viele Leerrohren unter dem Belag wären gut.

So kann der Platz in verschiedene Bereiche strukturiert werden
• sonnige Plätze 
• Schattenplätze 
• ruhige Ecken 
• Treffpunkte 
• Cafébereiche 
• Spielflächen 
etc.

Zu den technischen Einrichtungen gehören Fahrradabstellanlagen incl. Lastenräder und Platz für ggf. zukünftig entstehende Bike Sharing Angebote mit festen Stationen. Diese sollten aber am Rand, zu den Straßen hin installiert werden.

Beispielimpressionen:

 

2. Grünverlust / Nutzung von Rest-P2

Der Verlust von 24 teilweise großen Bäume ist zu beklagen. Daher wird angestrebt, dass nicht etwa, wie üblich, irgendwo in Essen Ausgleichspflanzungen erfolgen, sondern auf und an P2 und das Bauvorhaben möglichst viel Grün aufweist. Dies ist vorgesehen im Umfeld der Gebäude vor allem entlang der Wittekindstraße und entlang der Planstraße. 
Baumpflanzungen entlang der Projektstraße sind wegen der Licht- und Platzverhältnisse im Bereich des Baukörpers unmöglich. Entlang der Grugatrasse hin zum Rommenhöllergleis, sollte man sie aber versuchen. Vermutlich gibt es ein Wässerungsproblem.

Dachbegrünung ist in Essen Pflicht und die Fassadenbegrünung im Vertrag vereinbart.

Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Begrünung - und auch Befestigung - des Rest-P2. Man findet bei Parkplätze anderer Messen auch Parkplätze mit Bäumen. Zwar sollten LKW nicht behindert werden, und auch die Nutzung der Fläche für Veranstaltungen sollten möglich bleiben, aber Bäume sind auf der großen Fläche trotzdem möglich. Es gibt auch schon lange Planungen die Aufstellflächen systematisch zu markieren und die Fläche zu befestigen. So würde auch die Kapazität gesteigert und der Komfort für die Messegäste deutlich verbessert. Das muss auch keine Versiegelung bedeuten, denn die Wabensteine sind auch jetzt schon auf einem Teil der Fläche problemlos im Einsatz. Es wären dann aber Grasflächen und Baumpflanzungen in größerer Zahl möglich. Bisher gibt es bei Wind eine erhebliche Staubentwicklung und bei Regen große Pfützen zu Lasten der Messebesucher.
Ein Masterplan für diese Fläche, der im September 2024 durch die Gremien ging, sieht zum Bedauern der meisten Politiker keine Änderung gegenüber der bisherigen Situation vor. Ein wesentlicher Punkt sind dabei die Kosten.

 

3. Parkplätze

Angesichts der Parkraumsituation im Quartier muss das Bestreben sein, möglichst viele Parkplätze zu schaffen. Eine Vollvermietung kann als langfristig gesichert angesehen werden. Das zeigen auch die Erfahrungen aus allen anderen Bauvorhaben.
Leider ist es bei den Bauvorhaben der letzten Jahre die Regel, dass oft nur ein 1 Stellplatz und weniger pro Wohnung vorgeschrieben wird. Die IGR hat das immer wieder beklagt und den Berechnungsregeln in der neuen Stellplatzsatzung widersprochen. Politik widerspricht sich, indem Sie die Situation beklagt, aber keinen höheren Faktor durchsetzt. Selbst, wenn die Käufer der teuren Wohnungen alle nur noch Fahrrad führen, bestünde in der Nachbarschaft und bei Gästen genug Bedarf. Eine Nutzung entlastet in jedem Fall den öffentlichen Raum, was auch Ziel der Politik ist.

Unter den Wohnhäusern ist eine Ebene nur für diese Häuser mit 120 Stellplätzen für 120-140 Wohnungen vorgesehen. Im Bereich des gewerblichen Gebäudes sind es zwei Etagen mit je 50 Stellplätzen. Siehe Querschnittszeichnung. Alle Gebäude stehen auf dem durchgehenden Garagenblock.

Das reicht sicher nicht für Bewohner, Mitarbeiter, Kunden und Gäste. Da die Vermietung aller Plätze als sicher gelten kann, sollte man eine zusätzliche Etage erwägen. Sie würde eine geringe Ausschachtung erfordern, die man sich jetzt fast ganz erspart. 
Dafür spricht auch, dass zusätzlicher Bedarf entsteht, wenn man den Parkplatz mit 22 Stellplätzen, der sich jetzt auf dem Teil des späteren öffentlichen Platzes, der zum Girardethaus gehört, beseitigen will. Hierfür ist ein Ausgleich notwendig, was auch der Eigentümer fordern wird.

Die Ausnutzung der Parkflächen wäre auch deutlich höher, wenn die Bewohner keine Exklusivplätze hätten, denn, wie auch im sonstigen Rüttenscheid, viele Bewohner sind tagsüber, z.B. berufsbedingt, nicht anwesend, so dass die Parkplätze dann von Kunden oder Mitarbeitern des Gewerbes genutzt werden könnten. Moderne Schrankensysteme bieten viele Möglichkeiten über die Zeit variable Quoten zu optimieren, so dass ein Bewohner immer einen Platz finden wird, nur nicht immer den selben. Diese flexible Nutzung sollte verpflichtend sein.

Eine Entlastung tritt für Gastronomiegäste nicht ein, wenn, wie an anderen Standorten praktiziert, eine Nutzung für Gäste bis 22 Uhr begrenzt wird. 

Auch weiterhin treten wir für eine günstige Bereitstellung der Parkplätze von Rest-P2 für die Allgemeinheit ein.

 



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