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Metaphern für das Menschsein – Eva Cukoic
Die Werke der Wuppertaler Künstlerin zirkulieren allesamt um das Thema Mensch. Wobei es das Wechselspiel zwischen Außen- und Innenwelt ist, dem das Interesse der ausgebildeten Kunsttherapeutin gilt. Bewusstsein, Erinnerung, Interaktion und Verwandlung stehen im Zentrum ihrer Fragestellungen.
Ihr thematisches Sujet hat die Künstlerin konsequent in ein bildnerisches Werk umgesetzt, das die Vielschichtigkeit mentaler Vorgänge abzubilden vermag. Eva Cukoic: „Mich interessiert, welche Erlebnisse über die Gegenwart hinaus Spuren hinterlassen, welche Spuren zerfallen, verblassen und vergessen werden. Diese Vorgänge versuche ich auf Leinwand zu bannen.“
Den Prozess ihrer kreativen Arbeit beschreibt Eva Cukoic als eine Reise mit unbekannten Ziel. Am Anfang ist da vielleicht nur ein Fleck oder eine Verschmutzung, die der Leinwand ein Stück Weiß entreißen. Hier kondensieren dann Farben und Formen, um selbst zum Ausgangspunkt einer nächsten Phase der Bildentstehung zu werden. Farbauftrag um Farbauftrag verdichten sich zu einem vielschichtigen Psychogramm, das jenseits allgemein menschlicher Daseinsbetrachtung eine reflexive Standortbestimmung der Künstlerin selbst ist.
„Meine Arbeitsweise ist seriell“, sagt Eva Cukoic. „Ich greife mir einen bestimmten Aspekt heraus und beleuchte ihn von allen Seiten. Meine Bilder bauen aufeinander auf.“
Und so ist auch in ihren stofflichen Arbeiten die Verschränkung von Existenziellem und Persönlichen offenkundig. „Acht Kostbarkeiten“ ist der Name eines Zyklus liebevoll komponierter Stoffbilder mit Einzeltiteln wie Achtsamkeit, Zuversicht, Offenheit oder Vertrauen.
„Die Stoffe“, so die Künstlerin, „sind Metaphern für das Menschsein.“ Da finden sich feste Materialien in dunklen Rottönen, fein strukturiertes Tuch in Bronze und zartes Gewebe, das Durch- und Einblicke gewährt. Da sind Fäden, ineinander verschlungen und verknotet. Sie geben dem Stoff halt und verbinden die einzelnen Elemente.
Emotion und Kognition, Erlebtes und Imaginiertes sind in diesen Materialien allegorisch verwoben. Zerschnittenes ist hier kunstvoll und neu zusammengefügt, gleich Erfahrungen und Gedanken in der Zeit, die sich überlagern, miteinander korrespondieren und zu neuen Sicht-, Fühl- und Denkweisen vereinen.
Eva Cukoics Kunst entspringt dem Blick eines psychologisch geschulten Künstlerin auf Welt. So vermag die Therapeutin Eva Cukoic das Allgemeine im Individuellen zu erspüren. Dem Ausdruck zu verleihen, ist an der Künstlerin.
Eva Cukoic hat das Studium der Kunst, Kunsttherapie und Heilpädagogik an der Universität zu Köln (1995- 2000) absolviert. Seit 1999 arbeitet sie im Rahmen des Kunstprojektes UNART e.V. mit Psychiatriepatienten. Seit 2009 zudem im tagesklinischen Rahmen mit Kindern und Jugendlichen in Aprath. Weitere künstlerische Tätigkeiten: Leitung von Kunstworkshops, Entwicklung von Bühnenbildern und Kunstprojekten für den öffentlichen Raum.